Markus Weinzierl ist nun 50 Tage als Cheftrainer beim krisengeplagten VfB Stuttgart tätig. Der erhoffte Umschwung bleibt unter dem neuen Trainer bisher aus. Stattdessen spitzt sich die Lage weiter zu.

 

 

Er wurde mit viel Euphorie in Stuttgart empfangen. Michael Reschke war sich sicher, dass er der richtige Mann für den VfB Stuttgart sei, um das Ruder herumzureißen. Markus Weinzierl hat als Cheftrainer seit gut eineinhalb Monaten die Zügel beim Bundesligisten in der Hand. Der erhoffte Aufschwung blieb unter dem Nachfolger von Tayfun Korkut bisher jedoch aus. In fünf Bundesligapartien holte Weinzierl mit den Schwaben gerade einmal drei Punkte. Insgesamt stehen ein Sieg und vier Niederlagen zu Buche.

Das Torverhältnis unter ihm ist erschreckend: Während sein Team in den fünf Spielen zwei Treffer erzielte, musste Ron-Robert Zieler bereits 13-mal hinter sich greifen. Dabei wollte der neue Coach in Stuttgart den offensiven Fußball wiederbeleben. Doch Erik Thommy und Timo Baumgartl sind die einzigen Spieler, die unter der Leitung von Weinzierl ein Tor erzielen konnten. Die nominellen Stürmer Mario Gomez und Nicolas Gonzalez blieben unterdessen ohne Erfolg. Auch im vergangenen Duell gegen Bayer Leverkusen. Die Werkself besiegte die Stuttgarter mit 2:0 und kann sich mit den drei Punkten ein wenig Luft nach unten verschaffen. Der VfB tritt hingegen weiter auf der Stelle und bleibt somit weiterhin das Tabellenschlusslicht mit acht Punkten. Es war bereits das vierte von fünf Spielen unter Weinzierl ohne eigenen Torerfolg.

„Wir wissen, dass wir Punkte brauchen, das steht außer Frage“, erklärte Weinzierl nach der Auswärtspartie in Leverkusen gegenüber dem SWR: „Die Defensive wird die Basis sein. Aber wir wissen, dass wir auch Tore erzielen müssen und dass wir uns offensiv steigern müssen.“ Unter anderem auch der Ex-Nationalspieler Gomez, der seit fünf Partien auf seinen vierten Saisontreffer wartet. Beim 33-Jährigen will der Ball einfach nicht mehr ins Tor. Trotz einiger Chancen in den vergangenen Partien schaffte er es nicht, das Runde ins Eckige zu befördern. Auch deshalb spart Gomez nicht an Selbstkritik: „Vielleicht sollte mal jemand anderes für mich spielen. Ich will nur, dass wir gewinnen. Es geht nicht um mich.“ Bleibt nur die Frage, wer für den Stürmer auflaufen soll. Die Hoffnungen liegen unter anderem auf Anastasios Donis, dessen Rückkehr im nächsten Ligaspiel gegen den FC Augsburg erhofft wird, ebenso wie die von Daniel Didavi.

Offensiv gesehen bleiben Weinzierl ansonsten nur wenig Alternativen. Möglicherweise setzt der Trainer aber auch weiterhin auf Gomez und hofft, dass der seine Torflaute im Schwabenderby ad acta legt. Fakt ist, dass aber auch Weinzierl ein Erfolgserlebnis benötigt. Gegen Leverkusen waren die Ansätze aus dem Nürnberg-Spiel, insbesondere in der Vorwärtsbewegung, jedoch nicht mehr zu erkennen. Gegen den FC Augsburg ist der Club am Samstag gezwungen zu punkten, damit die Weihnachtszeit nicht noch ungemütlicher wird. „Wir kennen die Situation, wir kennen die Tabelle, wir wissen, dass wir jetzt die Ausgangssituation festlegen für die Rückrunde. Und da ist Augsburg ein Spiel von fünf“, so Weinzierl, der selbstverständlich auf sein zweites Erfolgserlebnis in Stuttgart hofft.

 

 

Markus Weinzierl

Die Trainerkarriere von Markus Weinzierl startete 2007 als Co-Trainer bei Jahn Regensburg, wo er 2008 als Cheftrainer übernahm. 2012 stand er erstmals in der Bundesliga an der Seitenlinie. Beim FC Augsburg war er vier Jahre tätig und wechselte 2016 zum FC Schalke. Dort war er genau ein Jahr tätig.