Für den VfB Stuttgart ist der direkte Klassenerhalt Geschichte. Der Erstligist muss darauf hoffen, den Relegationsplatz zu verteidigen.

 

 

Seit dem vergangenen Spieltag und der 1:3-Niederlage gegen Hertha BSC Berlin ist klar, dass der VfB Stuttgart den direkten Klassenerhalt in der Ersten Bundesliga nicht mehr schaffen kann. Um die Chance des direkten Klassenerhalts weiterhin am Leben halten zu können, wären drei Zähler not­wendig gewesen.

Statt­dessen tritt der Traditionsclub mal wieder auf der Stelle und belegt zwei Spieltage vor Ende der Runde den 16. Tabellenplatz. Es gilt nun also, die Rele­gation zu erreichen. Dazu berechtigt, ist das Team, das am Saisonende den 16. Rang belegt. Die Chancen für den VfB sind groß, dieses Minimalziel zu erreichen. Mit 24 Zählern beträgt das Polster auf den 1. FC Nürnberg fünf Punkte. Das bedeutet, wenn die Stuttgarter am kommenden Samstag einen Sieg gegen den VfL Wolfsburg holen oder Nürnberg Punkte liegen lässt, ist die Relegation gesichert.

Dann stünden für den VfB zwei weitere Pflichtspielpartien an. Gespielt wird gegen den Drittplatzierten der Zweiten Bundesliga. Bisher schafften es die meisten Erstligisten, durch die Relegation die Klasse zu erhalten. Seit der erneuten Einführung der Relegation im Jahr 2009 schafften lediglich zwei Zweitligisten den Sprung ins Oberhaus. 2009 setzte sich der 1. FC Nürnberg gegen Energie Cottbus durch und 2012 besiegte Fortuna Düsseldorf Hertha BSC Berlin und stieg auf. Auch andere große Namen mussten bereits in der Relegation um den Klassenerhalt bangen.

Borussia Mönchengladbach, der Hamburger SV, die TSG Hoffenheim und Eintracht Frankfurt machten jeweils erfolgreiche Erfahrungen mit dem Modus. Und auch in den eigenen Reihen der Stuttgarter gibt es bereits Akteure, die an der Relegation teilnahmen. Mit dem VfL Wolfsburg gingen sowohl Daniel Didavi als auch Mario Gomez in die Extrarunde. Mit der TSG Hoffenheim bestritt An­dreas Beck 2013 die zwei Extra-Spiele. Gegen wen der VfB Stuttgart in der Relegation ranmüsste, steht jedoch noch in den Sternen. In der zweiten Liga liefern sich die Aufstiegskandidaten ein Schneckenrennen.

Die wahrscheinlichsten Gegner sind der SC Paderborn, Union Berlin oder der Hamburger SV. Derzeit belegt noch Union Berlin den dritten Platz und ist punktgleich mit dem Hamburger SV. Der SC Paderborn steht noch auf dem zweiten Tabellenrang, hat mit 54 Zählern jedoch nur einen Punkt Vorsprung auf Hamburg und Berlin. Die Relegation zur Bundesliga wird in diesem Jahr am Donnerstag, den 23., und am Montag, den 27. Mai, ausgetragen. Das Heimrecht im Rückspiel besitzt der Club, der gemäß dem Spielplan der abgelaufenen Spielzeit weniger spielfreie Tage vor dem Hinspiel der Relegation hatte.

Da der letzte Spieltag der Bundesliga einen Tag vor dem der zweiten Liga ist, würde die erste Partie also in Stuttgart stattfinden. Den möglichen Nicht-Abstieg müsste der VfB also auf fremden Rasen feiern.

 

 

Relegation

Seit der Wiedereinführung der Relegation (2008/09) gilt die Auswärtstorregel: Bei gleicher Trefferanzahl nach Hin- und Rückspiel gewinnt die Mannschaft, die auswärts mehr Tore erzielt hat. Bei Gleichstand gibt es eine Verlängerung. Steht danach noch kein Sieger fest, findet ein Elfmeterschießen statt.