Sport-Vorstand Thomas Hitzlsperger, der neue Trainer Tim Walter und der neue Sportdirektor Sven Mislintat sollen den Traditionsclub wieder nach vorne bringen.

 

 

Tränen, traurige Gesichter, ungläubige Blicke. Der Frust saß am 27. Mai bei den Fans, Spielern und Verantwortlichen des VfB Stuttgart ganz tief. Um etwa 22.20 Uhr stand fest, dass der Traditionsclub nach 1975 und 2016 zum dritten Mal abgestiegen war. Die Stuttgarter konnten die Relegations-Chance nicht nutzen.

Gegen Union Berlin spielten die Schwaben im eigenen Stadion 2:2 und kamen bei den Köpenickern nicht über ein 0:0 hinaus. „Gratulation an Union Berlin, sie sind verdientermaßen aufgestiegen“, erklärte Sport-Vorstand Thomas Hitzlsperger nach dem ernüchternden Ende der Relegation: „Es ist in dieser Saison viel schiefgelaufen, wir hatten drei Trainer und haben uns nie wirklich gefunden.“ Nun liegt es an Hitzlsperger, der 2007 mit dem VfB deutscher Meister wurde, die Stuttgarter für die Mission direkter Wiederaufstieg fit zu machen.

Dazu gehört, „die Menschen im Verein aufzurichten und die nötigen Dinge zu verändern“. Ein wichtiger Bestandteil ist selbstverständlich die Kaderplanung. Mit Sportdirektor Sven Mislintat war er bereits vor dem Abstieg aktiv. Zum einen sicherte sich der Tabellen-16. die Dienste von Tim Walter. Der 43-Jährige soll bestenfalls der Aufstiegscoach der Schwaben werden. Zuvor betreute er den zukünftigen Ligakonkurrenten Holstein Kiel und war zuvor im Nachwuchsbereich des FC Bayern München und des Karlsruher SC tätig. Sein Kontrakt am Neckar läuft bis 2021.

„In unseren gemeinsamen Gesprächen wurde sehr schnell deutlich, dass Tim Walter mit seiner Art und mit seiner Idee vom mutigen, offensiven Fußball hervorragend zum VfB passt“, begründet Hitzlsperger die neue Personalie. „Er steht für leidenschaftliche Arbeit und eine offensive Grundausrichtung und er hat durch seine Stationen im Nachwuchsbereich auch einen sehr guten Blick und ein gutes Gespür für die Arbeit mit Talenten“, ergänzt Mislintat. Ein Gesicht wird Walter im Kader der Schwaben bereits bekannt vorkommen.

Denn mit ihm wechselte auch Atakan Karazor von Holstein Kiel an den Cannstatter Wasen. Der 22-jährige Mittelfeldspieler unterschrieb einen Vertrag bis 2023. Vor seinem Wechsel nach Kiel spielte der gebürtige Essener im Nachwuchsbereich des VfL Bochum und von Borussia Dortmund. Für die offensive Power, auf die Walter gerne setzt, soll unter anderem Philipp Klement sorgen. Der Mittelfeldspieler wechselt vom Aufsteiger SC Paderborn zum VfB. Sein Arbeitspapier läuft ebenfalls bis 2023. Bei den Ostwestfalen stand der 26-Jährige seit Januar 2018 unter Vertrag und hatte großen Anteil an deren Aufstieg. In der abgelaufenen Saison kam der Offensivspieler auf 16 Tore und sieben Vorlagen in 31 Ligaspielen. Vor allem die langfristigen Perspektiven und die Spielidee des Trainers überzeugten Klement zu dem Wechsel zu seinem neuen Verein.

„Und nach dem Abstieg kann ich nur sagen: jetzt erst recht“, so der 26-Jährige. Eine weitere Personalie entschied sich vorerst ebenfalls in der vergangenen Woche. Dem Präsidenten Wolfgang Dietrich wurde, trotz des Abstiegs, vom Aufsichtsrat des VfB Stuttgart das Vertrauen ausgesprochen.

„Wir haben dem Vorstand und unserem Aufsichtsratsvorsitzenden unser Vertrauen ausgesprochen. Basierend auf unserer finanziellen Stabilität brauchen wir, um einen schnellen Wiederaufstieg zu schaffen, eine klare Führungsstruktur und Handlungsfähigkeit. Das haben wir“, begründete Aufsichtsrat Hartmut Jenner die Entscheidung. Auf den Präsidenten warten nun jedoch schwierige Entscheidungen, mit denen er sich auch das Vertrauen der Fans wieder aufbauen muss.

 

 

Derbys in der 2. Liga

In der kommenden Zweit­ligasaison darf sich der VfB Stuttgart auf einige Derbys freuen. Neben dem SV Sandhausen und dem FC Heidenheim treffen die Schwaben zudem auf den Karlsruher SC, der in der abgelaufenen Spielzeit den Wiederaufstieg in die zweite Liga meisterte.