Der VfB Stuttgart feiert gegen Nürnberg den ersten Sieg unter Markus Weinzierl. Der Innenverteidiger Timo Baumgartl feiert beim Auswärtserfolg eine Premiere und ist in der Länderspielpause im Einsatz.

 

 

Der VfB Stuttgart hat beim 1. FC Nürnberg am vergangenen Samstag den lang ersehnten zweiten Saisonsieg eingefahren. Die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl gewann im Max-Morlock-Stadion mit 2:0. Die Erleichterung bei den Schwaben nach dem Spiel war dementsprechend groß, denn noch nie startete der VfB so schwach in eine Spielzeit. Vor der Partie bei den Nürnbergern standen lediglich fünf Zähler auf dem Konto des Clubs. Durch den Sieg hält das Tabellenschlusslicht den Kontakt zum rettenden Ufer.

Besonderen Grund zur Freude hatte Stuttgarts Abwehrspieler Timo Baumgartl, denn der 22-Jährige feierte neben dem Dreier auch gleich noch eine Premiere. In der 68. Minute erzielte er in seinem 78. Bundesligaspiel sein erstes Bundesligator überhaupt. Und zudem ein ganz wichtiges für den VfB, denn die Schwaben brachten unter Weinzierl bis dato noch keinen Ball im Tor unter. Seinen Treffer feierte der Innenverteidiger deshalb ausgelassen mit seinen Teamkollegen und den 7000 mitgereisten Fans. „Ich konnte selbst nicht fassen, dass der Ball reingegangen ist“, gestand Baumgartl nach der Partie. Auf die Wette mit Christian Gentner hatte der Treffer jedoch keine Auswirkungen, denn hierfür muss der Verteidiger mit dem Kopf treffen. „Er soll mal ein Kopfballtor erzielen, habe ich ihm gesagt“, verriet Gentner. Baumgartl bestätigte: „Wir haben eine Wette abgeschlossen, wie viele Tore ich mit dem Kopf erziele“, erklärte er: „Vielleicht sollte ich diese Saison noch mal mit dem Kopf treffen.“

Aber nicht erst seit seinem Tor ist klar, dass der gebürtige Böblinger ein wichtiger Bestandteil der VfB-Mannschaft ist. Unter Alexander Zorniger feierte er 2014 als 18-Jähriger sein Bundesligadebüt. Seitdem zeigt die Karrierekurve steil bergauf. In der Aufstiegssaison 2016/17 bildete er mit Benjamin Pavard eine starke Innenverteidigung. In der ersten Bundesligaspielzeit nach dem Aufstieg trug er seinen Teil dazu bei, dass der VfB die zweitbeste Abwehr der Liga stellte.

Lediglich 36 Gegentore kassierten die Schwaben. Nur der FC Bayern wies einen besseren Wert auf (28 Gegen­tore). Kein Wunder also, dass Baumgartl inzwischen zur Startelf in Stuttgart gehört. Und auch dem U-21-Nationaltrainer Stefan Kuntz ist diese Entwicklung aufgefallen. Darum gehört Baumgartl bei den Länderspielen gegen die Niederlande (16. November) und gegen Italien (19. November) zum Kader der Nachwuchs-Nationalmannschaft, ehe es am 23. November mit dem Ligaspiel in Leverkusen wieder um den Klassenerhalt mit dem VfB gehen wird. Eventuell klappt es gegen Bayer auch mit dem ersten Kopfballtor seiner Bundesligakarriere.

Und wer weiß: Sollte die Leistungskurve des 22-Jährigen weiter nach oben gehen, klingelt möglicherweise auch bald der Nationaltrainer Joachim Löw beim Innenverteidiger durch. Bis es so weit ist, hat Baumgartl jedoch noch einige Ziele, die er mit den Schwaben verfolgen kann. Ganz oben auf der Liste wird mit Sicherheit der Klassenerhalt mit seinem Herzensclub stehen.

 

 

Timo Baumgartl

Timo Baumgartl ist am 4. März 1996 in Böblingen geboren. Im Kader der U-21-Nationalmannschaft stand der 22-Jährige bereits zwölfmal und erzielte dabei einen Treffer. Beim VfB Stuttgart spielt er seit 2011. Dort startete er im U-17-Team und besitzt derzeit einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022.