Trainer Hannes Wolf hat mit seiner Mannschaft in der Vorbereitung viel trainiert, um die Roten auf direktem Weg in die Bundesliga zurückzuführen. Wir überprüfen, ob die Stuttgarter dafür auch bereit sind.

 

 

Das Spielsystem

Nachdem für Hannes Wolf bisher nur kleine Korrekturen möglich waren, hatte der neue VfB-Trainer nun erstmals eine komplette Vorbereitung zur Verfügung, um seine Vorstellungen umzusetzen. Die sieht eine taktisch flexible Mannschaft vor, die sich nicht auf einen Stil wie Ballbesitz oder Konterfußball beschränkt. Dementsprechend ließ Wolf auch alle Bereiche trainieren. Besonderes Hauptaugenmerk legte er dabei auf die Athletik. Wolf hatte nämlich bemerkt, dass sein Team zwar meist gut begann, dann aber im Laufe des Spiels läuferisch oft nachließ und deshalb die Kontrolle über Ball und Gegner verlor – auch mitunter eine Ursache für die 21 Gegentore, die definitiv zu zahlreich gefallen sind für einen Aufstiegsanwärter. Erste Erfolge waren in den Testspielen bereits zu sehen: In allen stand hinten die Null.

 

Die Stammelf

Sportdirektor Jan Schindelmeiser hat für eine Trainingsoptimierung den Kader verkleinert. Philip Heise (Dynamo Dresden), Stephen Sama (SpVgg Greuther Fürth) und Toni Sunjic (Palermo) sind weg, Boris Tashchy ist aussortiert. Offensiv-Hoffnung Julian Green (Bayern) ist bislang der einzige Neuzugang. Bis zum Ende des Transferfensters (31. Januar) wird noch nach einem Innenverteidiger und/oder einem defensiven Mittelfeldspieler gefahndet. Aus­gehend von Stammkeeper Mitch Langerak hat sich in der Vorbereitung eine klassische Mittelfeldachse um den neu installierten Mannschaftsrat (Langerak, Timo Baumgart, Christian Gentner und Simon Terodde) herauskristallisiert. Ansonsten scheint nur Linksverteidiger Emiliano Insua einen Stammplatz sicher zu haben. Alle anderen Positionen sind bis zum Rückrundenauftakt noch heiß umkämpft.

 

Die Stimmung

Im Trainingslager zeigte sich der VfB-Trupp unter besten Bedingungen lernwillig und ambitioniert, nahm die Vorgaben des Trainerteams an und arbeitete auf dem Platz sehr konzentriert. Dadurch sind auch die Abläufe und Automatismen im Spiel der Roten stimmiger geworden. Insgesamt wirkt der kleine Kader (nur 22 Spieler) homogen. „Es hat sich hier auch zwischenmenschlich im Team alles sehr positiv angefühlt“, sagt Wolf über die acht Tage im portugiesischen Lagos. Das sieht auch Präsident Wolfgang Dietrich so: „Ich bin sehr nah dran an der Mannschaft und an der sportlichen Leitung. Da passt vieles zusammen.“ Und auch bei vielen Fans scheint langsam Euphorie aufzukommen.

 

Die Zielsetzung

Zwar sagt Präsident Dietrich, dass der VfB noch ein weiteres Jahr in der zweiten Liga finanziell überstehen könnte, aber trotzdem ist das Ziel klar: Wiederaufstieg in die Bundesliga. Darauf ist alles im Verein ausgerichtet. Das sagen der Präsident, der Manager und der Trainer. Der VfB will und muss zurück in die erste Liga.

 

Die Prognose

Der VfB hat sich eine ordentliche Ausgangsposition im Kampf um den Wiederaufstieg erarbeitet. Angesichts der ganzen Turbulenzen in der Hinrunde sind die 32 Punkte ein ordentliches Ergebnis. Ein Selbstläufer wird die Mission allerdings nicht, das ist allen Beteiligten klar angesichts des 0:5-Debakels in Dresden und der Niederlagen zum Jahresende gegen Hannover 96 (1:2) und speziell gegen die Würzburger Kickers (0:3), die dem VfB die „brutale Intensität“ (Wolf) der zweiten Liga nochmals vor Augen führten.