Beim VfB Stuttgart sind Glanz und Euphorie verflogen und dem Verein droht der erneute Abstieg. Die Verantwortlichen reagieren: Tayfun Korkut wird neuer Cheftrainer.

 

 

Eine 0:2-Niederlage zu Hause gegen den FC Schalke am vergangenen Wochenende. Seit dem 13. Spieltag ohne ein selbst erzieltes Tor. In den letzten acht Spielen lediglich vier Punkte geholt. Nach 20 Spieltagen noch ohne Auswärtssieg. Der VfB Stuttgart weist erschreckende Bilanzen auf und befindet sich deshalb mitten im Abstiegskampf. Die Euphorie vom Aufstieg ist längst verflogen. Die erste Halbzeit gegen die Königblauen war der neueste Tiefpunkt des Traditionsclubs. Die Verantwortlichen haben auf die brenzlige Situation inzwischen reagiert und sich von Trainer Hannes Wolf getrennt. Tayfun Korkut wird neuer Cheftrainer des VfB Stuttgart. Der 43-jährige Stuttgarter wird einen Vertrag bis Sommer 2019 unterschreiben.

„Wir haben nach dem ges­trigen Spiel ein sehr intensives, emotionales Gespräch mit Hannes geführt und darin die Situation sehr ausführlich analysiert. Wir sind nach diesem Gespräch gemeinsam zu der Überzeugung gekommen, dass die Gefahr, dass wir die Situation in der bestehenden Konstellation nicht mehr gedreht bekommen, zu groß ist und wir einen neuen Impuls brauchen, um wieder in die Erfolgsspur zu finden“, begründete Sportvorstand Michael Reschke die Entscheidung nach der Pleite gegen den FC Schalke.

Der Trainer selbst sagte: „Den Weg des VfB zurück in die Bundesliga mitzugestalten und den 21. Mai 2017 zu erleben, war und bleibt unvergesslich. Auch in dieser Saison fühlten wir uns auf einem guten Weg. Leider waren in den letzten Wochen die Ergebnisse und zuletzt auch die Spiele nicht mehr gut genug.“ Wolf hat sich mit dem direkten Wiederaufstieg in den Stuttgarter Geschichtsbüchern verewigt. Nun aber hat er seinen Kredit verspielt.

Der Coach ist jedoch nicht der erste Aufstiegsheld, der den VfB verlassen hat. Einstige Leistungsträger, wie zum Beispiel Alexandru Maxim und Simon Terodde, die maßgeblichen Anteil am Aufstieg hatten, sind nicht mehr im Club. Der ehemalige Sportvorstand Jan Schindelmeiser hat sich in der Transfer­periode im Sommer verzockt und musste ebenfalls seine Koffer packen. Bei den Fans ist die Hoffnung auf eine erfolgreiche Saison unlängst verflogen und Ernüchterung hat sich breitgemacht. So groß war der Optimismus, dass die Mannschaft auch in der ersten Liga bestehen kann und Hannes Wolf eine neue, erfolgreiche Ära im Club prägt. Nach der herben Pleite gegen die Königsblauen ist die Abstiegsangst nun jedoch so groß wie noch nie in dieser Saison.

Der Abstand auf einen direkten Abstiegsplatz ist auf vier Punkte zusammen­geschmolzen. Der VfB liegt mit 20 Zählern auf dem 14. Tabellenplatz. Die große Stärke der Stuttgarter in der vergangenen Saison, das Toreschießen, ist inzwischen zur größten Sorge der Schwaben geworden. Lediglich 16 Treffer stehen auf dem Konto, nur der Tabellenletzte 1. FC Köln weist mit 15 Toren eine schlechtere Bilanz auf. Seit dem Treffer von Takuma Asano beim 1:1 gegen Hannover 96 am 13. Spieltag traf kein Spieler des VfB das Tor. 696 Minuten wartet der Club inzwischen schon auf ein eigenes Tor.

Ob der neue Trainer Tayfun Korkut mehr Erfolg mit dem Team haben wird, bleibt abzuwarten. Bleiben positive Ergebnisse aber auch weiterhin aus, wird der Umbruch der einst gefeierten Aufstiegsmannschaft weitergehen.

 

Abstieg-Sorgen

In der Abstiegssaison 2016 lag der VfB Stuttgart am 20. Spieltag mit 24 Punkten auf dem zwölften Rang. Damals erzielte die Mannschaft bereits 31 Tore und wurde von Jürgen Kramny trainiert. Bis heute folgten auf den Coach vier weitere Trainer: Jos Luhukay, Interimstrainer Olaf Jansen und Hannes Wolf. Und jetzt Tayfun Korkut: Er wird neuer Cheftrainer des VfB Stuttgart. Der 43-jährige Stuttgarter wird einen Vertrag bis Sommer 2019 unterschreiben.