Der neue Trainer Pellegrino Matarazzo haucht dem VfB Stuttgart neues Leben ein. Mit seinen Systemänderungen beweist er bisher ein gutes Händchen. Doch nicht alle Spieler profitieren von den Umstellungen.

 

 

Die Serie des VfB Stuttgart hält auch gegen den Jahn Regensburg an und somit bleibt auch die Weste des Trainers Pellegrino Matarazzo weiß. Seit seinem Amtsantritt am 30. Dezember holte der Italoamerikaner fast die maximale Ausbeute: Ein 3:0 gegen den Verfolger FC Heidenheim, ein 1:1 gegen St. Pauli, ein 3:0 gegen den FC Erzgebirge Aue, ein 1:0 gegen den VfL Bochum und am vergangenen Samstag ein 2:0 gegen Jahn Regensburg. Im Pokal musste Matarazzo zwar eine 1:2-Niederlage beim Erstligisten Bayer Leverkusen hinnehmen, seine Mannschaft verkaufte sich aber gut und schied erhobenen Hauptes aus dem Wettbewerb aus. Seit der Neue das Sagen beim VfB Stuttgart hat, scheint die Mannschaft wie wachgeküsst. Vor allem die neu etablierte defensive Stabilität tut den Schwaben besonders gut und hat sie zurück auf einen direkten Aufstiegsplatz gebracht.

 

Gewinner

 

Von der Umbesetzung auf der Trainerposition hat unter anderem Atakan Karazor profitiert. Ex-Trainer Tim Walter hatte den Mittelfeldspieler im Sommer aus Kiel mitgebracht. Zuletzt hatte Karazor jedoch nur noch wenig Einsatzzeiten unter Walter und findet sich im Spielsystem Matarazzos in einer ganz neuen Rolle wieder. In der Innenverteidigung wirkt Karazor jedoch gut aufgehoben und macht seine Aufgabe gut. Kein Wunder also, dass er sich inzwischen wieder zum Stammspieler gemausert hat. Und auch Daniel Didavi blüht unter seinem neuen Cheftrainer wieder auf. Matarazzo weiß, dass der 30-Jährige den Unterschied machen kann, und das hat er gegen Regensburg mal wieder unter Beweis gestellt. Mit einem ansehnlichen Freistoßtor brachte der Ersatzkapitän sein Team auf die Siegerstraße. Von Matarazzo gab es nach der Partie daher ein Extralob: „Dida hat heute ein hervorragendes Spiel gemacht, nicht nur wegen seines Tores“, freute sich der 42-Jährige. „Wenn er so auftritt wie heute, dann ist er nicht wegzudenken.“ Nicht ganz so sattelfest ist Roberto Massimo, doch der 19-Jährige erhielt in den letzten Partien die Möglichkeit, sich zu beweisen. Unter Walter spielte der Flügelakteur kaum eine Rolle. Zwar ist bei dem flotten Rechtsaußen noch Luft nach oben, er zeigte aber auch, dass er Schwung in das Spiel der Stuttgarter bringen kann. Damit er auch weiterhin die Chance bekommt, den VfB nach vorne zu bringen, muss er zukünftig jedoch noch etwas zielstrebiger werden, denn die Konkurrenz auf seiner Position ist groß: Philipp Förster, Philipp Klement und das Nachwuchstalent Lilian Egloff lauern hinter Massimo.

 

Verlierer

 

Schwierig könnte es für Holger Badstuber bei der Rückkehr nach seiner Verletzungspause werden. Im neuen System macht Karazor einen guten Job. Es könnte also gut sein, dass sich Badstuber zunächst hinten anstellen muss. Ebenso ist auch Marc Oliver Kempf gesetzt und wird nach der Genesung seines doppelten Kieferbruchs wohl wieder in die Stammelf zurückkehren. In der bisherigen Saison machte der 25-Jährige deutlich, weshalb er zum Kapitän ernannt wurde. Einen schweren Stand hat derzeit auch Philipp Klement. Gegen Regensburg kam er lediglich für fünf Minuten auf den Rasen. Insgesamt blieb der Neuzugang vom SC Paderborn in dieser Spielzeit unter seinen Möglichkeiten. Ob er bei Matarazzo noch die Möglichkeit bekommt, sich zu beweisen, wird sich erst noch zeigen müssen. Ähnlich verhält es sich mit Borna Sosa. Der Kroate, so scheint es, muss sich in nächster Zeit wohl eher mit der Reservistenrolle begnügen, da Matarazzo offenbar seine De- fensivformation gefunden hat. Doch Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft und so könnte es auch bald wieder zu Rotationen kommen.