Für den VfB Stuttgart wird die Situation im Abstiegskampf immer prekärer. Die Schwaben holen im Derby gegen den SC Freiburg lediglich einen Zähler und stellen damit einen neuen Negativrekord auf.

 

Gegen den SC Freiburg punktet der VfB Stuttgart nach vier Niederlagen in Folge zwar endlich wieder, der eine Punkt im Derby bringt den Schwaben jedoch nur wenig. Durch den 3:0-Sieg des FC Augsburg gegen den FSV Mainz ist das rettende Ufer inzwischen drei Zähler entfernt. Die Situation für Markus Weinzierl und seine Mannschaft verschärft sich damit nochmals. Im Baden-Württemberg-Derby sah es bis zur 94. Minute nach dem erlösenden Sieg aus. Nachdem die Freiburger bereits nach vier Minuten in Führung gingen, brachten die Tore von Emiliano Insua und Daniel Didavi den VfB auf die Erfolgsspur. Doch in der 89. Minute sah Mario Gomez die GelbRoteKarte. Die Überzahl nutzte der SC und glich in der 94. Minute doch noch aus.

Negativrekord für den VfB Damit steht der VfB Stuttgart nach 20 Spieltagen mit 15 Punkten auf dem 16. Tabellenplatz. So wenige Zähler standen zu dieser Zeit der Saison noch nie auf dem Konto der Schwaben – auch nicht in der Abstiegssaison. Einen weiteren Negativrekord stellt das Team von Markus Weinzierl zudem in Sachen Tore auf. Lediglich 17 mal trafen die Stuttgarter das Gehäuse der Gegner – ebenfalls so wenige wie noch nie nach 20 Spieltagen. Die Bilanz für Weinzierl sieht ebenfalls düster aus. Der Nachfolger von Tayfun Korkut holte in 13 Spielen nur drei Siege und ein Unentschieden. Um sich von den negativen Erlebnissen auf dem Platz abzulenken, sind die Akteure häufig in den sozialen Netzwerken unterwegs. In den vergangenen Wochen war die sogenannte 10-Year-Challenge voll im Trend. Die Spieler posteten Bilder von sich, ein aktuelles und daneben eins von vor zehn Jahren.

Mit dieser „Challenge“ wollen die Personen aufzeigen, wie sehr sie sich in einer Dekade verändert haben. 2009 und 2019 im Vergleich Überträgt man dieses Prinzip auf den VfB Stuttgart als Verein, werden viele Fans und Beteiligte mit Sicherheit nostalgisch. Denn vor zehn Jahren standen die Landeshauptstädter nach 20 Spieltagen mit 32 Zählern auf dem siebten Tabellenplatz. Mit dabei war damals auch Mario Gomez. Er bildete damals das Sturmduo mit Cacau und spielte 19 der 20 Spiele mit und erzielte dabei insgesamt elf Treffer. Im Vergleich zu heute sind es in 19 Partien lediglich fünf Tore. Dennoch ist der Stürmer damit bester Torschütze seines Teams.

Im Mittelfeld tummelten sich 2009 Akteure wie Sami Khedira, Pavel Pardo und Thomas Hitzlsperger, der inzwischen Direktor des Nachwuchsleistungszentrums des VfB Stuttgart ist. Ergänzt wurde der Kader in der Verteidigung unter anderem mit Serdar Tasci, Ricardo Osorio, Matthieu Delpierre und Arthur Boka. Im Gehäuse stand Jens Lehmann. Am Ende der Saison landete diese Mannschaft mit Markus Babbel, der im November 2008 das Amt des Meistertrainers übernahm, auf dem dritten Tabellenplatz. Ein Ergebnis, von dem der Traditionsclub in den letzten Jahren nur träumen konnte. Auch dieses Jahr geht es lediglich um den Klassenerhalt, der momentan noch in weiter Ferne ist. Bei Fortuna Düsseldorf müssen am kommenden Sonntag dafür unbedingt Punkte her, damit der Vergleich mit der Vergangenheit zumindest ein klein wenig fröhlicher ausfällt.

 

Viele Tore früher

 

2009 landete der VfB Stuttgart mit insgesamt 64 gesammelten Punkten auf dem dritten Tabellenplatz. Die Mannschaft von Markus Babbel erzielte 63 Tore und ließ 43 Treffer zu. Meister wurde in diesem Jahr der VfL Wolfsburg mit 69 Zählern, vor dem FC Bayern München (67 Punkte).