Der VfB Stuttgart sammelt mit einem Heimsieg gegen Hertha BSC wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Der Sieg gerät aufgrund des Todes von Herbert Gentner jedoch schnell in den Hintergrund.

 

Der 2:1-Heimsieg des VfB Stuttgart am vergangenen Samstag gegen Hertha BSC Berlin war für den Verein unglaublich wichtig. Die drei Zähler halten die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl auf dem 15. Tabellenplatz – einem Nichtabstiegsplatz. Doch auch wenn es ein ungemein wichtiger Sieg für die Stuttgarter war, geriet er bereits kurze Zeit nach dem Abpfiff in den Hintergrund. Denn nach dem so wichtigen Sieg verstarb der Vater von VfB-Kapitän Christian Gentner noch im Stadion aufgrund von Herzproblemen.

Herbert Gentner hätte gestern seinen 67. Geburtstag gefeiert. Von dem Unheil erfuhr Christian Gentner, der gegen Berlin für das entscheidende Tor vorlegte, durch seinen Bruder Thomas. Noch im Trikot eilte der VfB-Kapitän daraufhin zu seinem Vater. Der Verein bat die Zuschauer anschließend, das Stadion aufgrund eines medizinischen Notfalls zu verlassen, jegliche Pressetermine der Spieler wurden abgesagt. Um 19 Uhr etwa verkündete der Verein die traurige Mitteilung: „Der VfB Stuttgart trauert um Herbert Gentner. Der Vater unseres Mannschaftskapitäns Christian Gentner ist unmittelbar nach dem Heimspiel gegen Hertha BSC im Stadion verstorben. Der VfB Stuttgart ist in diesen schweren Stunden mit seinen Gedanken ganz bei der Familie Gentner.“

Nach der Tragödie meldete sich unter anderem der Nationalspieler Jérôme Boateng via Twitter bei Christian Gentner und seiner Familie. „Sehr traurig. Mein herzliches Beileid, Christian Gentner“, schrieb Boateng. Auch Jürgen Klinsmann bekundete sein Mitgefühl: „Welch traurige Nachricht kurz nach dem Spiel. Unser Beileid, unsere Gedanken und Mitgefühl geht an die gesamte Familie Gentner.“ Herbert Gentner war bei den Heimspielen der Stuttgarter stets im Stadion, um seinen Sohn anzufeuern. Er selbst spielte in seiner aktiven Zeit als Mittelstürmer für den TSV Beuren, wo er anschließend jahrelang als Jugend- und Ab­teilungsleiter tätig war. „Wenn er gebraucht wurde, war er zur Stelle. Sein Tod ist ein harter Schlag für uns“, sagt der zweite Vorsitzende des TSV, Ulrich Döbler.

Die Liebe zum Fußball zieht sich aber durch die gesamte Familie Gentner. Christians Bruder Michael ist als Sportlicher Leiter beim VfB für die U 11 bis U 19 verantwortlich. Sein zweiter Bruder Thomas ist Spieler beim Oberligisten SGV Freiberg. Christian selbst spielte bereits seit 1999 für den VfB Stuttgart und durchlief die U-17- und U-19-Mannschaft der Schwaben. Sein Profidebüt für die erste Mannschaft gab er 2005, ehe er 2007 mit dem VfB die deutsche Meisterschaft gewann. Anschließend wechselte er zum Ligakonkurrenten VfL Wolfsburg und wurde 2009 mit den Wölfen zum zweiten Mal deutscher Meister. 2010 folgte die Rückkehr an den Neckar zu den Stuttgartern, die er als Kapitän 2017 in die Fußball-Bundesliga zurückführte. Sein Vater unterstützte seinen Sohn dabei immer tatkräftig.