Für Mercedes-Benz und Porsche wird es in wenigen Wochen ernst. Die beiden Automobilhersteller gehen erstmals in der Formel E an den Start. Die Rennserie gilt als zukunftweisend.

 

 

In den vergangenen Jahren hat sich in Sachen Mobilität viel getan. Und auch in Zukunft wird es wieder einige Veränderungen geben. Denn in der Automobilbranche ist das Thema Klimaschutz ebenfalls angekommen und die E-Mobilität rückt immer weiter in den Fokus. Auch bei Porsche und Mercedes-Benz ist dieser Wandel erkennbar. Die beiden Automobilhersteller sind deshalb ab dieser Saison in der Formel E vertreten, die in gut drei Wochen beginnt. Für Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff ist die Formel E eine besondere Chance: „Die Formel E wird eine komplett neue Spielwiese für uns sein.“

Der Rückzug aus der DTM sei dem Rennstall nicht leichtgefallen, Wolff bezeichnet diesen Schritt aber als „vorausschauende und letztlich auch richtige Entscheidung“, denn „die Elektrifizierung der Mobilität ist ein essenzieller Teil der Zukunft von Mercedes-Benz“. Auch deshalb freut sich der Österreicher bereits sehr auf das neue Projekt: „Das Potenzial der Formel E ist gewaltig. Der Wettbewerb mit Porsche, Audi, BMW und all den anderen großen Herstellern wird etwas ganz Besonderes. Ich freue mich darauf.“

Mercedes-Benz wird mit Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries als Piloten in seine erste Formel-E-Saison gehen. Und auch bei Porsche ist die Vorfreude auf den Start groß. Zuletzt hatte das Formel-E-Team des Sportwagenherstellers drei Testtage auf dem Circuit Ricardo Tormo nahe Valencia absolviert. Dort kam es zum Aufeinandertreffen mit allen anderen Teams, die in der 6. Saison der Formel E an den Start gehen werden.

Mit den gewonnenen Daten möchte man bis zum Saisonstart am 22. November noch letzte Feinjustierungen vornehmen. „Wir haben mit jeder Runde etwas dazugelernt und viele Lösungen gefunden“, berichtete der Porsche-Pilot Neel Jani: „Es ist ein sehr in­tensiver Lernprozess. Die Rennsimulationen waren für uns sehr interessant und hilfreich.“ Und auch sein Kollege André Lotterer ist froh über die gesammelte Erfahrung: „Es lief gut, aber wir haben dennoch offene Punkte am Auto entdeckt, die noch Verbesserungspotenzial haben.“ Aber auch für Mercedes-Benz waren die Tests in Valencia aufschlussreich.

„Es gab einige unerwartete Herausforderungen, die wir zu meistern hatten“, gestand Teamchef Ian James, sagte aber: „Wir haben die richtigen Lösungen dafür gefunden. Das zeigt, wie wichtig solche Testfahrten im Vorfeld der Saison sind.“ Insgesamt gehen in dieser Formel-E-Saison zwölf Rennställe an den Start. Neben den deutschen Automobilherstellern sind beispielsweise auch Nissan und Jaguar mit dabei. Auch der amtierende Champion Jean-Eric Vergne wird versuchen, seinen Titel mit dem Team DS Techeetah zu verteidigen.

Los geht es am 22. November 2019 im saudi-arabischen Diriyya, das letzte Rennen der Saison wird am 27. Juli 2020 in London stattfinden. Gefahren wird auf ins­gesamt zwölf Strecken in 14 Rennen. Sowohl in Diriyya als auch in London sind jeweils zwei Veranstaltungen angesetzt. Für Porsche und Mercedes-Benz geht es zu Beginn um die Konkurrenzfähigkeit mit den anderen Teams. Nun gilt es, zunächst die Lehren aus den Test in Valencia zu ziehen und sich bestmöglich auf den Saisonstart vorzubereiten.