Der VfB Stuttgart ist im Kalenderjahr 2017 in der Mercedes-Benz-Arena ungeschlagen. Am Freitag geht es gegen Bayer Leverkusen. Das Stadion der Schwaben hat bereits eine lange Vorgeschichte.

 

Bislang schaffte es noch kein deutsches Team in diesem Jahr, den VfB vor heimischer Kulisse in der Mercedes-Benz-Arena zu schlagen. Selbst in der ersten Liga hat die Serie des Aufsteigers weiterhin Bestand. Die Schwaben luchsten in ihrem Wohnzimmer unter anderem Borussia Dortmund Punkte ab. In dieser Saison belegen sie in der Heim-Tabelle bislang sogar den dritten Platz – punktgleich mit dem FC Bayern (1.) und RB Leipzig (2.). Kein Wunder also, dass die Stuttgarter die Massen in ihre heilige Stätte ziehen. Durchschnittlich besuchen 55 887 Zuschauer die Heimspiele des VfB. Lediglich die Auftritte der Dortmunder (80 809), Bayern (75 000) und Schalker (61 213) locken bislang mehr Fans an.

Insgesamt bietet das traditionsträchtige Stadion neben dem Cannstatter Wasen für 60 449 Zuschauer Platz und bildet das Herz des Neckarparks. Den Namen Mercedes-Benz-Arena trägt es aber erst seit 2008. Ehe es zu einer reinen Fußballarena umgewandelt wurde, hieß es seit 1993 Gottlieb-Daimler-Stadion. Damals noch mit einer legendären grünen Laufbahn, auf der auch große Leichtathletik-Wettkämpfe wie die Weltmeisterschaften 1993 ausgetragen wurden. 2007 wurde in der Heimspielstätte in Bad Cannstatt der bislang größte fußballerische Erfolg gefeiert.

Damals kürte sich der VfB Stuttgart zum dritten Mal in seiner Vereinsgeschichte zum deutschen Meister. Außerdem war das Gottlieb-Daimler-Stadion eine der Austragungsstätten während der Heim-WM 2006. Unter anderem gewann das DFB-Team in Stuttgart mit 3:1 gegen Portugal und sicherte sich damit den dritten Platz hinter Weltmeister Italien und Vize Frankreich.

Entworfen wurde das sechstgrößte Stadion Deutschlands von Paul Bonatz und Friedrich Eugen Scholler und hatte zu seinen Anfangszeiten eine Kapazität von 35 000 Plätzen, welche während des Nationalsozialismus auf 70 000 angehoben wurde. Und war beispielsweise auch – unter dem damaligen Name Adolf-Hitler-Kampfbahn – Schauplatz für den Boxkampf zwischen Max Schmeling und Adolf Heuser, der 60 000 Zuschauer anlockte. Den bislang wohl bekanntesten Namen trug das Stadion aber von 1949 bis 1970. Zu dieser Zeit war es unter Neckarstadion bekannt und wird auch heute noch von einigen Anhängern so genannt.

Die letzte Neuerung erfuhr die Heimstätte des VfB in diesem Jahr. Für fast zehn Millionen Euro wurde das Dach der Mercedes-Benz-Arena saniert. Schon am 21. Mai – direkt nach dem letzten Punktspiel in der zweiten Liga gegen die Würzburger Kickers – begannen die Arbeiten. Das 36 000 Quadratmeter große Dach erstrahlt nun in neuem Glanz, nachdem es nach beinahe 25 Jahren ausgetauscht wurde. Unter ihm sollen auch am Freitag beim nächsten Heimspiel der Schwaben gegen Bayer Leverkusen die nächsten Zähler eingefahren werden.

 

Zahlen

Das Stadion wurde am 23. Juli 1933 eröffnet und bot zeitweise Platz für fast 100 000 Menschen. Insgesamt wurden bereits etwa 150 Millionen Euro in Umbauten investiert. An das Stadion grenzen außerdem die Scharrena und die Molly-Schauffele-Halle.