Nach einer eindrucksvollen Leistung feierte der VfB Stuttgart am vergangenen Samstag seinen ersten Bundesligasieg seit März 2016. Gegen den FSV Mainz 05 setzte sich die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf in der heimischen Mercedes-Benz Arena mit einem 1:0 durch.

 

 

Die engagierte Defensivleistung des Aufsteigers ebnete den Weg zum Erfolg. Das entscheidende Tor in der 53. Minute erzielte Neuzugang Holger Badstuber. Ermöglicht wurde der Treffer durch eine präzise Ecke von Dennis Aogo, der ebenfalls in dieser Saison zu den Schwaben gestoßen ist. Mit einem wuchtigen und genau platzierten Hechtkopfball versenkte der 28-Jährige die Hereingabe im Netz. Nach dem Torerfolg gab es für Bad­stuber kein Halten mehr: Frenetisch ließ sich der ehemalige Nationalspieler vor der Cannstatter Kurve von den Tausenden in weiß gekleideten Fans bejubeln.

Doch die beiden Verteidiger hatten, genau wie die neue Nummer eins, Ron-Robert Zieler, am Neckar keinen einfachen Start. Badstuber und Aogo wurden von einigen Fans als „Ausgemusterte“ und „Dauerinvaliden“ bezeichnet. Außerdem hatten viele Anhänger Mitchell Langerak als Stammtorhüter angesehen und kritisierten den Transfer von Zieler, der aus Leicester City kam. Gegen Mainz zeigten die drei erfahrenen Akteure jedoch, dass sie die Lösung für das jahrelange Abwehr-Problem der Schwaben sein könnten. Badstuber sorgte im Zentrum der Abwehr für Ruhe und Sicherheit.

Immer wieder dirigierte er seine Vorder- und Nebenmänner, ging aus den Zweikämpfen meist als Sieger hervor und verteilte anschließend überlegt die Bälle und begründete somit sein Startelf-Debüt. Für seine Mitspieler war Dennis Aogo auf seiner Position auf Linksaußen stets eine Anspielstation und übernahm Verantwortung bei den Standards. Zwar landeten diese auch mal in den Händen von Mainz-Keeper René Adler, sorgten aber dennoch für Gefahr im Strafraum. So kam es, dass die Ecke des Linksverteidigers in der 53. Minute den Kopf von Holger Badstuber fand und schließlich für die Entscheidung sorgte.

Auch Ron-Robert Zieler brillierte im ersten Heimspiel der Stuttgarter und sandte ein klares Signal an seine Kritiker. Mit seinen Paraden, insbesondere beim Kopfball von Stefan Bell in der 29. Minute und nach einem satten Schuss von Yoshinori Muto in der Nachspielzeit der zweiten Hälfte, hielt der Keeper den Sieg für sein Team fest. Zudem punktete der 28-Jährige mit seinem durchdachten Aufbauspiel. Mit ihren Leistungen gegen Mainz unterstrichen die drei Neuzugänge ihre Ambitionen auf Plätze in der Startelf. Sollten sie diese Leistungen konservieren können, führt kein Weg an dem Trio vorbei.

Fürs Erste brachten sie ihre Kritiker jedenfalls zum Schweigen. Nun heißt es während der Länderspielpause, das Niveau aufrechtzuerhalten, um anschließend auf Schalke etwas Zählbares mitnehmen zu können. Dass Badstuber, Aogo und Zieler dann erneut in der Startaufstellung von Hannes Wolf zu finden sind, ist zu erwarten.

 

Nationalspieler

Die Neuzugänge des VfB Stuttgart Holger Badstuber, Dennis Aogo und Ron-Robert Zieler wurden allesamt bereits in die DFB-Auswahl berufen. Zieler gehörte 2014 sogar zum WM-Kader in Brasilien und gewann mit der deutschen Auswahl den Titel.