Der VfB Stuttgart gewinnt den Abstiegsknaller gegen Hannover 96. Die zwei Winter-Neuzugänge Ozan Kabak oder Steven Zuber spielen bei dem Erfolg eine große Rolle.

 

 

Luft im Abstiegskampf verschafft! Die Erleichterung war den Spielern, dem Trainer und den Fans des VfB Stuttgart sichtlich anzumerken. Am vergangenen Sonntag feierten sie gemeinsam einen 5:1-Sieg gegen den direkten Abstiegskonkurrenten Hannover 96. Damit konnten sich die Schwaben zumindest ein kleines Polster zu den Abstiegsplätzen verschaffen. Auf den 17. Tabellenplatz sind es nun fünf Zähler Vorsprung und auf das Tabellenschlusslicht FC Nürnberg sogar sechs Punkte. Gleichzeitig wahrte die Mannschaft von Markus Weinzierl den Kontakt zum rettenden Ufer.

Der FC Augsburg sammelte am Wochenende gegen den Tabellenführer Borussia Dortmund ebenfalls drei wichtige Zähler im Kampf um den Klassenverbleib und steht mit zwei Punkten mehr als der VfB Stuttgart auf Rang 15. Kein Wunder also, dass jedes der fünf Tore am Sonntag mit den Fans gemeinsam ausgiebig zelebriert wurde – Balsam für die geschundene Stuttgarter Fußball-Seele. Für den VfB-Trainer Weinzierl war der Erfolg besonders wichtig, denn eine Niederlage hätte den 44-Jährigen seinen Job kosten können. Zuletzt geriet er durch die Negativergebnisse in starke Kritik. Thomas Hitzlsperger hielt ihn jedoch und sagte nun nach dem Sieg gegen Hannover: „Die Frage nach dem Trainer wäre blödsinnig.“

Erfreulich ist für die Stuttgarter aber auch die Tatsache, dass ihre Winter-Neuzugänge greifen. Allen voran Ozan Kabak, der am Sonntag einen Kopfball-Doppelpack schnürte und sich anschließend von den schwäbischen Anhängern in der Kurve feiern ließ. Aber nicht nur offensiv ist der 18-Jährige eine Bereicherung für den Bundesligisten. Der Innenverteidiger macht auch auf seiner angestammten Position einen guten Eindruck. Mit seinen robusten Zweikämpfen, seinem guten Stellungsspiel und seinen radikalen Grätschen entschärft der Neuzugang regelmäßig gefährliche Angriffe der Gegner. Das quittierte ihm auch der Kapitän Christian Gentner: „Seine große Stärke ist es, kompromisslos in die Zweikämpfe zu gehen.“ Schließlich sollen sich die elf Millionen Euro, die man für den Rekordtransfer an Galatasaray Istanbul überwies, auch lohnen.

Doch Kabak ist nicht der einzige Neuzugang, der am Neckar Auftrieb gibt. Auch Steven Zuber hat seinen Platz bei den Stuttgartern gefunden. Die Leihgabe aus Hoffenheim knipste, wie sein Kollege Kabak, gegen Hannover 96 zweimal, hinzu kam eine Torvorlage. Insgesamt steht der Schweizer somit bereits bei vier Treffern im Trikot mit dem roten Brustring. In den vergangenen drei Partien traf er jedes Mal – davon wünschen sich die Stuttgarter sicherlich noch mehr. In den kommenden Wochen stehen für sie nämlich schwere Aufgaben an. Am Samstag reisen sie zunächst nach Dortmund, eine Woche darauf steht das Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim auf dem Plan, ehe es zur Eintracht nach Frankfurt geht.

Bei diesen Härtetests möchte auch der dritte Winter-Neuzugang Alexander Esswein weiterhelfen. Zwar wartet der Flügelspieler noch auf seinen ersten Treffer für die Schwaben, mit seinen kämpferischen und beherzten Auftritten hat sich der 28-Jährige bei den Fans aber bereits jetzt beliebt gemacht. Diesen Einsatz benötigt der VfB in seiner schwierigen Situation, um den Abstiegskampf überstehen zu können. Daher ist es keine Überraschung, dass sich die Leihgabe (mit Kaufoption) von Hertha BSC Berlin in der Startelf wiederfindet.

 

 

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Ozan Kabak wurde für elf Millionen Euro von Galatasaray Istanbul verpflichtet und ist der teuerste VfB-Transfer aller Zeiten. Steven Zuber wurde von der TSG Hoffenheim ausgeliehen. Die Stuttgarter verfügen über keine Kaufoption, im Gegensatz zur Leihgabe Alexander Esswein, der von Berlin an den Neckar kam.