Die Hinrunde der Fußball-Bundesliga ist beendet. Der VfB Stuttgart kann auf 17 turbulente Partien zurückblicken, die einige Höhen, aber auch Tiefen für den Aufsteiger bereithielt. Weiter geht es am 13. Januar gegen Hertha BSC Berlin.

 

 

Die Sehnsucht nach Erstliga-Fußball war in Stuttgart und der Region gigantisch. Nach dem Abstieg 2016 war der Schock groß. Unvorstellbar war zuvor der zweite Abstieg der Vereinsgeschichte in das Unterhaus. Aber auf den Schock folgte schnell der Trotz. Wir schaffen das, gemeinsam. Wir schaffen den direkten Wideraufstieg. Und so kam es. Nach einem Jahr Abstinenz kehrte der VfB Stuttgart am 21. Mai 2017 in die Bundesliga zurück und in Stuttgart fühlte man sich um zehn Jahre zurückversetzt. Damals feierten die Akteure mit den mehreren Zehntausend Fans die dritte deutsche Meisterschaft. Nun war es „nur“ die Zweitliga-Meisterschaft, doch sie wurde, gemeinsam mit dem Aufstieg, ebenso bejubelt.

Unglaublich groß war die Vorfreude auf die Rückkehr in das Oberhaus. Mit dem Ziel Klassenerhalt gingen die Schwaben in die bevorstehende Saison. Damit in den kommenden Jahren wieder höhere Ziele gesteckt werden können, beschloss man am 1. Juni die Ausgliederung der Profimannschaft Dies bedeutete eine Geldspritze ihn Höhe von 41,5 Millionen Euro durch den neuen Anteilseigner (11,75 %) Daimler AG. Geld, das in die Jugend und die Infrastruktur des Bundesligisten fließen soll. Aber eben auch in Neuzugänge. Nach der überraschenden Entlassung von Sportvorstand Jan Schindelmeiser wurde Michael Reschke, damals FC Bayern, auf dieser Position in­stalliert. Kurz vor Saisonstart verpflichtete dieser unter anderem Holger Badstuber und Santiago Ascacibar, die sich als wichtige Bausteine der Mannschaft entpuppten.

Und so startete die neue Spielzeit für den VfB am 19. August um 15.30 Uhr im Olympiastadion gegen Hertha BSC Berlin. Am Ende stand ein unglückliches 0:2 gegen die Hauptstädter. Das erste Heimspiel folgte eine Woche später und wurde traditionell mit der Karawane Cannstatt eingeläutet. Tausende Fans trafen sich vor der Partie gegen Mainz 05 auf dem überschaubaren Vorplatz des Cannstatter Bahnhofs und nahmen gemeinsam den Weg bis zum Stadion auf sich. Mit lauten Gesängen und überwältigender Stimmung schwappte die Menschenmasse vom Bahnhof vorbei am Wasengelände bis zur Mercedes-Benz-Arena. Der Aufsteiger bedankte sich bei seinen treuen Fans mit einem 1:0-Sieg.

Diese zwei Auftaktpartien waren bezeichnend für die Hinrunde der Mannschaft von Trainer Hannes Wolf. Vor heimischen Publikum blieb man bis zum 15. Spieltag ungeschlagen, ehe man gegen Bayer Lever­kusen eine schmerzhafte
0:2-Niederlage hinnehmen muss. Doch in der Ferne taten sich die Stuttgarter ungemein schwer. Lediglich einen Punkt holten sie in den fremden Stadien bis heute – zu wenig, wenn man die Klasse halten möchte. Während sich die Abwehrreihen größtenteils stabilisiert haben und Jungstars wie der Franzose Benjamin Pavard und U-21-Nationalspieler Timo Baumgartl große Fortschritte machten, hakt es in der Offensive gewaltig.

In der Aufstiegssaison noch als Helden gefeiert, tun sich Simon Terodde und Daniel Ginczek (jeweils zwei Tore) in der ersten Liga schwer. Lediglich 13 Tore stehen auf dem Konto – ein Zeichen für Reschke, sich in der Winterpause nach einer Unterstützung für das Sturmduo umzuschauen. Vor allem auch wegen dem verletzungsanfälligen Ginczek, der seit seiner Oberschenkelverletzung beim 2:1-Sieg gegen Borussia Dortmund fehlt. Denn für das Ziel Klassenerhalt benötigt der VfB Tore.

 

Rückrunde

Die Rückrunde startet für den VfB Stuttgart am 13. Januar 2018. Die Schwaben belegen nach der Hinrunde mit 17 Zählern den 14. Tabellenplatz. Die Traditionsclubs SV Werder Bremen, Hamburger SV und 1. FC Köln überwintern auf den letzten Rängen.