Die Situation des VfB Stuttgart ist äußerst bedrohlich. Der Zweitligameister 2016 droht erneut in die Zweitklassigkeit abzurutschen.

 

 

Die Stimmung beim VfB Stuttgart ist nach dem misslungenen Rückrundenauftakt gegen den FSV Mainz noch ein wenig unangenehmer geworden. Gegen die Mainzer unterlag die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl mit 2:3, obwohl sich die Stuttgarter in der Winterpause mit drei neuen Spielern verstärkt hatten – unter anderem auch mit einem neuen Rekordtransfer.

Ozan Kabak, der neue Rekordmann beim VfB, spielte am vergangenen Samstag jedoch noch nicht. Der Innenverteidiger wechselte im Winter vom türkischen Erstligisten Galatasaray Istanbul. Hierfür über­wiesen die Schwaben rund 11,5 Millionen Euro an den früheren Arbeitgeber des 18-Jährigen. Sein Kontrakt bindet Kabak bis 2024 an die Schwaben. „Wir freuen uns sehr, dass sich Ozan trotz zahlreicher anderer Angebote von namenhaften europäischen Clubs für den VfB entschieden hat“, kommentierte Sportvorstand Michael Reschke, der mit dem neuen Innenverteidiger selbstverständlich auch den Abgang von Benjamin Pavarad kompensieren möchte.

Der französische Weltmeister macht Gebrauch von seiner Ausstiegsklausel und wird im Sommer für 35 Millionen Euro zum Rekordmeister FC Bayern München wechseln. Den VfB Stuttgart verfolgt Kabak aber nicht erst seit Kurzem: „Der VfB Stuttgart hat eine große Tradition, ist fünfmal deutscher Meister geworden. Ich kenne die Geschichte des Vereins gut. Wenn es möglich war, habe ich die Bundesliga im TV geschaut und auch die VfB-Spiele gesehen.“

Michael Reschke ist sich unterdessen sicher, dass der Rekordmann eine große Zukunft vor sich hat: „Ozan zählt zu den vielversprechendsten Abwehr-Talenten in Europa und ist somit ein ganz wichtiger Eckpfeiler unserer mittelfristigen Kaderplanung. Darüber hinaus wird er uns auch in der Rückrunde schon entscheidend weiterhelfen können.“ Dass der VfB Stuttgart in der Defensive große Mängel aufweist, zeigte auch die Bundesligapartie gegen den FSV Mainz. Dreimal musste Torhüter Ron-Robert Zieler hinter sich greifen. Insgesamt 38 Tore mussten die Schwaben hinnehmen – nach 18 Saisonspielen. Zum Vergleich: In der vergangenen Saison waren es nach 34 Spieltagen insgesamt 36 Tore. Aber auch in der Offensive läuft es nicht viel besser. 14 Treffer haben Mario Gomez und Co. vorzuweisen und bilden damit gemeinsam mit dem FC Nürnberg den bisher harmlosesten Angriff der Bundesliga.

Damit sich das ändert, haben die Verantwortlichen aber auch in der Offensive reagiert und mit Alexander Esswein und Steven Zuber zwei Angreifer verpflichtet. Beide Spieler wurden zunächst ausgeliehen. Während der VfB bei Esswein jedoch nach dem Leihgeschäft mit Hertha BSC Berlin eine Kaufoption besitzt, wird Zuber in einem halben Jahr wieder zur TSG Hoffenheim zurückkehren. „Ich habe große Lust auf die neue Aufgabe und werde alles dafür tun, um dem VfB weiterzuhelfen“, sagte Esswein nach seiner Verpflichtung. Und auch Zuber zeigte sich nach der Vertragsunterzeichnung zuversichtlich: „Ich hatte gute Gespräche mit Markus Weinzierl und den Verantwortlichen des Vereins. Sie haben mich von der ersten Sekunde an von einem Wechsel überzeugt“, berichtete der 27-Jährige.

Die schwierige Situation, in der der Verein derzeit steckt, spielte für ihn keine Rolle: „Die derzeitige Tabellensituation spielt für mich aber eine untergeordnete Rolle. Ob du weiter oben oder unten stehst, ist für meine persönliche Herangehensweise ganz egal. Ich schaue immer von Spiel zu Spiel und will jedes einzelne gewinnen.“

 

 

Ozan Kabak

Ozan Kabak ist mit 11,5 Millionen Euro der teuerste Neuzugang in der Geschichte des VfB Stuttgart. Bereits seit der Jugend spielte der 18-Jährige für den türkischen Erstligisten Galatasaray Istanbul. Im vergangenen Jahr schaffte er den Sprung in die erste Mannschaft und lief bisher elfmal für die türkische U-18-Nationalmannschaft auf.