Der VfB Stuttgart schließt die Bundesligasaison 2017/18 spektakulär auf dem siebten Tabellenplatz ab und darf sogar noch von der Teilnahme an der Europa League träumen. Danach sah es lange nicht aus.

 

 

Der VfB Stuttgart hat sich mit einem großen Knall in die Saisonpause verabschiedet. Die Schwaben dämpften mit einem eindrucksvollen 4:1-Sieg die Stimmung bei der Meisterschaftsfeier des FC Bayern München. Durch den überraschenden Erfolg beim Rekordmeister können sich die Stuttgarter mit 51 Zählern und Rang sieben sogar noch für die Europa League qualifizieren. Ob sie in der kommenden Saison in der Qualifikationsrunde des europäischen Wettbewerbs an den Start gehen werden, liegt aber nicht in ihrer Hand. Damit der Aufsteiger in der nächsten Spielzeit in der Europa League auflaufen darf, müssen die Bayern im Pokalfinale gegen den Tabellenachten, Eintracht Frankfurt, gewinnen. Denn der Gewinn des DFB-Pokals berechtigt gleichzeitig zur Teilnahme am Europapokal.

Da die Mannschaft von Jupp Heynckes als Ligameister jedoch bereits für die Champions League qualifiziert ist, ginge dieser Platz an den Tabellensiebten – in diesem Fall also an den VfB Stuttgart. Dass die Schwaben am Ende der Saison sogar von der Europa League träumen dürfen, war jedoch lange Zeit nicht absehbar. Vor allem in der Hinrunde musste das Team zunächst einige Tiefen überstehen. Grund dafür war unter anderem der zu harmlose Sturm des Aufsteigers. Nach dem 20. Spieltag standen gerade einmal 16 Tore auf dem Konto des VfB und lediglich 20 Zähler, welche gleichbedeutend mit dem 14. Tabellenplatz waren. Trainer Hannes Wolf erreiche die Mannschaft nicht mehr, hieß es nach dem 0:2 gegen den FC Schalke. Es folgte die Entlassung des beliebten Coaches. Sein Nachfolger saß bereits am Folgespieltag auf der Bank der Schwaben: Tayfun Korkut.

Die Verpflichtung des Stuttgarters als Nachfolger von Hannes Wolf sorgte bei vielen Fans jedoch für Unmut. Einige Anhänger verschmähten den neuen Coach und die Stimmung im Schwabenland schien zu kippen. Vieles sprach dafür, dass auch dieses Jahr wieder bis zum Ende um den Klassenverbleib gezittert werden muss. Doch der Fußball schreibt bekanntlich ja seine eigenen Geschichten. Denn für Korkut hätte es letztlich nicht besser laufen können. Dreieinhalb Monate nach seinem Amtsantritt verbucht der 44-Jährige den besten Punkteschnitt seiner bisherigen Karriere. In 14 Partien als Trainer des VfB Stuttgart holte er neun Siege, vier Remis und lediglich eine Niederlage und verhalf dem Aufsteiger somit zum frühzeitigen Klassenerhalt und letztlich sogar noch zu einem eindrucksvollen siebten Tabellenplatz. Auch Mario Gomez spielt beim guten Abschneiden seines Klubs eine wichtige Rolle. Der Nationalstürmer kehrte im Januar in seine Heimat zurück.

Die Verpflichtung des 32-Jährigen war ein wahrer Coup von Sportvorstand Michael Reschke. Denn mit dieser Personalie hatte wohl kaum jemand gerechnet. Gleichzeitig ging Reschke mit dem Neuzugang aber auch ein großes Risiko ein. Denn für den Heimkehrer musste Simon Terodde Platz machen – Der Stürmer, der den VfB mit 25 Zweitliga-Toren in das Oberhaus zurückschoss. Doch das Risiko sollte sich bezahlt machen. Denn in der Rückrunde erzielte Gomez für die Stuttgarter noch acht Tore und zwei Vorlagen. Auch deshalb darf der Aufsteiger nun also von der Europa League träumen.

 

Top-Verteidigung

Mit insgesamt nur 36 Gegentoren (zwölf Spiele ohne Gegentor) stellte der VfB Stuttgart in dieser Saison die zweitbeste Verteidigung der Liga. Lediglich der FC Bayern München weist mit 28 Gegentreffern einen besseren Wert auf. Gleichzeitig ist es der beste Defensivwert eines Aufsteigers aller Zeiten.