„Fans müssen sich wieder mit unserem Fußball verbunden fühlen“, meint VfB-Präsidentschaftskandidat Claus Vogt – und hat den Verein FC PlayFair! gegründet.

 

 

Das Geschäft im Profifußball entfernt sich immer weiter von den Fans. Damit die Kluft nicht noch größer wird, setzt sich der VfB-Präsidentschaftskandidat Claus Vogt mit seinem gegründeten Verein FC PlayFair! für die Fankultur ein. Utopische Ablösesummen, unverschämte Ticketpreise und aberwitzige Anstoßzeiten. Der Profifußball entwickelt sich immer mehr zu einem kommerzorientierten Geschäft. Der Sport und seine Fans rücken dabei immer mehr in den Hintergrund. „Wir sind nicht gegen Kommerzialisierung, aber der Sport muss immer im Vordergrund stehen“, appelliert Marcel Proß.

Der 27-Jährige ist Projektmanager und Beisitzer beim FC PlayFair! e. V., einem Verein, der sich dafür einsetzt, dass Fans eine Stimme haben. „Fußball fasziniert Fans, vereint diese, integriert. Der Fußball hat eine hohe positive gesellschaftliche Kraft und hier versuchen wir, die Aufmerksamkeit mit unseren Projekten darauf zu richten“, erklärt Proß. Das liegt auch an den bekannten Persönlichkeiten im Verein für Integrität im Profifußball.

Der Beirat des FC PlayFair! setzt sich aus dem Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir, dem ehemaligen Top-Schiedsrichter Urs Meier und dem ehemaligen Kommunikationschef des FC Bayern München Markus Hörwick zusammen. Vogt will etwas ändern Gegründet wurde der Verein vom VfB-Präsidentschaftskandidaten Claus Vogt. „Den FC PlayFair! e.V. habe ich gegründet, weil der VfB an einem Montagabend in Bremen gespielt hat und ich keine Chance hatte, mit meinem Sohn das Spiel zu schauen“, erinnert sich Vogt.

Sein Ziel mit der Gründung des Vereins ist, „dass sich der Fußball nicht noch mehr von den Fans, der Basis, entfremdet“. Hierfür setzten sich die knapp 100 Mitglieder bundesweit ein. „Ich bin sehr glücklich, wenn ich sehe, wie viel wir in den letzten Jahren erreicht haben und was für ein tolles Netzwerk wir haben.“ Mit Expertisen, wissenschaftlichen Arbeiten und Umfragen wollen die Beteiligten den Fans eine Stimme geben. Gestützt wird die Arbeit im Verein maßgeblich durch eine eigens durchgeführte wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 2017. Bei der Situationsanalyse machten insgesamt 18 000 Fans mit. „Auf die Ergebnisse beziehen wir unsere Projekte“, verrät Proß.

Dass die Kommerzialisierung zum Profifußball gehört, weiß auch Vogt: „Kommerz und Profifußball gehören zusammen, jedoch sollte der Sport immer im Vordergrund stehen“, macht der 50-Jährige klar und erklärt: „Es kann nicht sein, dass Fußball-Fans nicht mehr ins Stadion können, weil entweder die Ticketpreise zu hoch sind oder die Anstoßzeiten das nicht zulassen. Wir müssen hier in verantwortungsvollen Positionen unser Bestes geben, damit die Fans sich wieder mehr mit unserem Fußball verbunden fühlen.“

Damit das auch von den handelnden Personen wahrgenommen wird, nutzt Vogt seine guten Kontakte zum DFB und zur DFL – er ist ein Bindeglied zwischen den Fans und den Verantwortlichen. „Das Gleiche möchte ich als VfB-Präsident sein. Die Meinung der über 70 000 Mitglieder gut und gewissenhaft vertreten. Ich werde diese in wichtige Entscheidungen des Vereins miteinbeziehen.“

 

 

App für Fans

„Den Verein gibt es erst seit zwei Jahren und dennoch haben wir schon wichtige Projekte ins Leben gerufen“, freut sich Proß. Dazu gehört auch eine App, auf der inzwischen etwa 5000 Fans konstruktiv miteinander über Fußball diskutieren. „In unserer App ,UFFL‘ hat jeder Verein seinen eigenen Bereich. Von der Kreisliga bis hin zur Bundesliga. Die positive Kommunikation und ein faires Miteinander stehen hier klar im Mittelpunkt“, erklärt Proß, der sich mit dem FC PlayFair! und seinen Mitgliedern ehrenamtlich für Vereins- und Fan-Interessen einsetzt: „Der FC PlayFair! vereint Fußball-Fans, uns alle eint die Liebe zum Fußball.“ Vogt: „Für mich und den FC PlayFair! ist die Fußball-Fankultur ein schützenswertes Kulturgut, hierzu haben wir Ende Oktober den passenden Antrag bei der Unesco eingereicht.“ Ein Kulturgut, für das sich der FC PlayFair! einsetzt.