Die Bundesliga-Saison ist auf der Zielgeraden. Während die Bayern und Dortmund um die Meisterschaft spielen, quälen den VfB Stuttgart ganz andere Sorgen.

 

 

Bis zum 18. Mai haben die Schwaben Zeit, den dritten Abstieg der Vereinsgeschichte zu verhindern. Am vergangenen Samstag verpassten sie einen Befreiungsschlag, als sie gegen den Tabellenvorletzten 1. FC Nürnberg vor heimischem Publikum lediglich ein 1:1-Unentschieden erspielten. Dennoch ist das rettende Ufer, der 15. Tabellenplatz, einen Punkt näher gekommen, da die Konkurrenz ebenfalls Federn ließ. Nun trennen die Stuttgarter vier Zähler von einem Nichtabstiegsplatz.

Für den VfB stehen nun also noch sechs Endspiele an. Das erste findet am kommenden Samstag gegen Bayer Leverkusen statt – erneut in der Mercedes-Benz-Arena. Die Werkself belegt derzeit den neunten Tabellenplatz. Für die Mannschaft von Trainer Peter Bosz geht es noch um die Teilnahme an der Europa League, dafür muss aber ein Sieg gegen Stuttgart her.

Und die Statistiken sprechen für die Gäste: In den vergangenen 15 Spielen gegen Bayer ging der VfB lediglich einmal als Sieger vom Platz. Das Hinspiel im November ging mit 2:0 an Leverkusen. Diese Statistik sollten die Stuttgarter am Samstag unbedingt aufbessern, um den Kontakt zum rettenden Ufer nicht vollends zu verlieren.

Der nächste Abstiegsgipfel steigt eine Woche danach. Dann reist der VfB zum Derby nach Augsburg. Der FC belegt derzeit den ersten Nichtabstiegsplatz, ein echtes Sechs-Punkte-Spiel. Gleichzeitig ist es für den Stuttgarter Trainer Markus Weinzierl das zweite Wiedersehen mit seinem Ex-Arbeitgeber als VfB-Trainer. Von 2012 bis 2016 war er Trainer beim FC Augsburg, ehe es ihn zum FC Schalke 04 verschlug. Trotz seiner besonderen Beziehung zu den Augsburgern möchte Weinzierl die Punkte selbstverständlich mit nach Stuttgart nehmen.

Denn eine Woche darauf wartet auf den Bundesligisten eine harte Nuss. Dann ist Borussia Mönchengladbach zu Gast am Cannstatter Wasen. Die Fohlen spielen im oberen Ta­bellendrittel mit und können noch die Champions League erreichen. Das Hinspiel ging mit 3:0 an die Gladbacher. Wie man gegen den fünfmaligen deutschen Meister gewinnt, weiß der VfB Stuttgart aber.

Denn in der vergangenen Saison gingen die Schwaben mit einem 1:0 als Sieger vom Platz. Dieses Erfolgser­lebnis wollen sie am 27. April mit Sicherheit wiederholen, bevor es am 4. Mai in die Hauptstadt zu Hertha BSC Berlin geht. Die Mannschaft von Coach Pal Dardai befindet sich im Niemandsland der Tabelle. Mit dem elften Tabellenplatz und 35 Zählern geht es für sie weder um den Abstieg noch um das europä­ische Geschäft. Eventuell ein Vorteil für die Stuttgarter?

In den vergangenen vier Spielen gegen die Hauptstädter holten die Schwaben jedenfalls drei Siege. Im Hinspiel gelang ihnen einer ihrer insgesamt fünf Saisonsiege. Am vorletzten Spieltag kommen die Wölfe. Der VfL Wolfsburg spielt noch um die europäischen Plätze mit. Auch sie sind auf Zähler angewiesen, wenn dieses Ziel erreicht werden soll. Am 11. Mai könnten sie sich den insgesamt 18. Triumph gegen die Schwaben schnappen. Die führen die Statistik derzeit jedoch mit 22 Siegen an, ein 23. wäre besonders wichtig.

Um alles könnte es schließlich am letzten Spieltag gehen. Auf Schalke läuft es in dieser Saison überhaupt nicht. Statt Champions-League-Freude weht ein eisiger Abstiegswind in der Veltins-Arena. Das Duell gegen den VfB könnte über die Zukunft der beiden Vereine bestimmen. Man kann sich also auf einen spannenden Abstiegskrimi einstellen.

 

 

Torjägerliste

Während der VfB Stuttgart in der laufenden Saison bereits 60 Gegentore kassierte, erzielte er selbst im Gegensatz lediglich 27 Treffer. Die Torjägerliste wird bei den Schwaben mit sechs Toren von Mario Gomez angeführt, vor Steven Zuber (5), Anastasios Donis (3) und Ozan Kabak (3).