Nach der verpatzten Relegation wartete auf Nicolas Gonzalez ein harter Sommer. Der VfB-Stürmer antwortete den Kritikern aber gleich in seinem ersten Zweitligaspiel für die Schwaben.

 

 

„Geiler Typ. Ich mag ihn persönlich übertrieben. Wir kennen seine Qualität“, hat VfB-Mittelfeldspieler Atakan Karazor nach dem 2:1-Heimsieg gegen den VfL Bochum gesagt. Dabei war die Rede von seinem Mitspieler Nicolas Gonzalez.

Der argentinische U-23-Nationalspieler erzielte gegen die Bochumer das entscheidende Tor. In der 48. Minute schlenzte er das runde Leder ansehnlich in das linke Eck. Bereits gegen den FC St. Pauli sicherte der 21-Jährige dem VfB die drei Zähler, indem er in der 90. Minute den Ball versenkte.

Dabei sah es nach der vergangenen Saison so aus, als würde Gonzalez das Stuttgarter Jersey überhaupt nicht mehr tragen. Im Relegationsrückspiel stand er unglücklich im Abseits, wodurch ein Freistoßtreffer von Dennis Aogo aberkannt wurde.

Auf den Argentinier wartete ein harter Sommer. Einige Fans bezeichneten den Stürmer als „Chancentod“ oder „Fehleinkauf“. In den 30 Ligaspielen, in denen er zum Einsatz kam, erzielte Gonzalez lediglich zwei Treffer. Vom 8,5-Millionen-Transfer hatten sich die Schwaben mehr erhofft.

„Wenn ein Stürmer in den Flow kommt zu knipsen, dann funktioniert es“, meinte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat, der gemeinsam mit Tim Walter Gonzalez unbedingt halten wollte. Mehrere Angebote lagen den Stuttgartern für den Angreifer vor, die Schmerzgrenze sei jedoch „sehr hoch gewesen“.

Diese Schmerzgrenze überschritt kein Verein und Gonzalez blieb am Neckar. In der zweiten Liga soll bei ihm nun endgültig der Knoten platzen und den zwei bisherigen Treffern sollen noch einige weitere folgen. Vor allem durch seine Geschwindigkeit wird der Linksfuß gefährlich – anders als beispielsweise seine Stürmerkollegen Mario Gomez und Hamadi Al Ghaddioui, die vor allem über ihre Physis kommen. Dass Gonzalez zusätzlich auch über ein feines linkes Füßchen verfügt, stellte er bei seinem Siegtor gegen Bochum unter Beweis.

Anspruchsvoll schnitt er mit dem Ball am Fuß von der rechten Seite in den Strafraum, ließ seinen Gegner ins Leere rutschen und zirkelte den Ball von halb rechts in die linke Torecke. Das gefällt natürlich auch den VfB-Fans, die ihre Meinung über den Argentinier wohl nochmals überdenken.

Nachdem sich einige nach der verpatzten Relegation einen Weggang wünschten, war der allgemeine Tenor, dass man den Stürmer halten solle. Auch an Gonzalez’ Körpersprache ist zu erkennen, dass er in Stuttgart wieder mehr Vertrauen erhält. Zielstrebig und motiviert zeigte er sich bei seinen Auftritten in diesem Jahr. Gut möglich, dass dieses Selbstvertrauen auch von der Nationalmannschaft kommt.

Gonzalez verpasste die ersten drei Pflichtspiele der Saison, ehe er gegen Pauli das erste Mal auf dem Rasen stand. Grund dafür waren die Panamerikanischen Spiele, bei denen er für die argentinische U 23 an den Start ging und die er mit seinem Heimatland gewann. Karazor betonte es bereits.

Gonzalez wird nicht nur aufgrund seiner Qualitäten auf dem Platz geschätzt. „Nico ist ein aufgeweckter Typ, er zaubert jedem ein Lächeln ins Gesicht. Solche Typen brauchst du einfach in der Mannschaft“, bestätigte Kapitän Marc-Oliver Kempf. Am Samstag, 14. September, möchte er den Stuttgartern sicherlich wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Dann tritt der Tabellenzweite bei Jahn Regensburg an. Wird Gonzalez auch dieses Mal wieder der entscheidende Mann sein?

 

 

Anastasios Donis

Für Anastasios Donis lief es nicht so gut wie für Gonzalez. Der griechische Angreifer und der VfB gehen getrennte Wege. Donis konnte sich am Neckar nicht durchsetzen. Der 23-Jährige wechselte auf Leihbasis zum Ligue-1-Club Stade Reims. Bei einem Klassenerhalt besteht zudem eine Kaufpflicht.