Das Stuttgarter Sportjahr 2017 hatte einiges zu bieten. Die Athleten aus der Region können auf tolle Ergebnisse zurückblicken – 2018 lässt viel Spannung erwarten.

 

 

Das Jahr 2017 ist Geschichte. Doch das ist kein Grund Trübsal zu blasen, denn das neue Jahr hat aus sportlicher Sicht so einiges in petto: 2018 werden vom 9. Februar bis zum 25. Februar die Olympischen Winterspiele in der südkoreanischen Stadt Pyeongchang und vom 14. Juni bis zum 15. Juli die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland ausgetragen. Ehe es soweit ist und die zwei Mega-Events wieder für Freude sorgen, blicken wir auf besondere Leistungen dreier Stuttgarter Athleten im Jahr 2017 zurück.

 

Der Aufstieg des VfB

32 Minuten waren gespielt. Da drosch Matthias Zimmermann den Ball in die Reusen und versetzte die Fans in der Mercedes-Benz Arena in Ekstase. Es war der 1:0-Führungstreffer des VfB Stuttgart gegen die Würzburger Kickers, der den Weg zu einem deutlichen 4:1-Sieg über den späteren Absteiger ebnete. Gleichzeitig bedeutete der Triumph am 34. Spieltag der 2. Bundesliga den Aufstieg für die Schwaben, die nach einem Jahr Abstinenz wieder in das Oberhaus des deutschen Fußballs zurückkehrten. Gefeiert wurde der Sieg vor über 60.000 Zuschauern. Die Party ging kurze Zeit später, begleitet von einem Auftritt der Fantastischen Vier, auf dem Cannstatter Wasen weiter – vor ebenfalls mehreren zehntausend Fans. In der Landeshauptstadt fühlte man sich in 2007 zurückversetzt. Damals zelebrierten die Stuttgarter ihre bis dato letzte Meisterschaft. Der großartige Erfolg und die ausgelöste Euphorie und Freudenstimmung war mit Sicherheit einer der sportlichen Höhepunkte im vergangenen Jahr.

 

Niko Kappel

Aber nicht nur der Fußball war 2017 erfolgreich. Niko Kappel, der am Olympia Stützpunkt in Stuttgart trainiert, sicherte sich im Juli seinen ersten Weltmeistertitel. Bei der Para-Leichtathletik-WM in London setzte sich der 22-Jährige im Kugelstoßen mit der Weltrekordweite von 13,81 Meter gegen die Konkurrenz durch. Bereits etwa zehn Monate zuvor krönte sich der Sindelfinger zum Paralympics-Sieger. Nach seinem Triumph sagte er: „Weltmeister? Das hört sich super an, das hatte ich bis jetzt noch nicht.“ Dass er sich schon jetzt auf das Jahr 2018 freut, machte der Kleinwüchsige – Spitzname Bonsai – auch gleich deutlich: „Ich habe jetzt schon wieder Bock auf die nächste Saison.“ Der kleine Werfer sorgt im neuen Jahr mit Sicherheit auch wieder für große Würfe.

 

Simon Schempp

Im Februar geht es für Simon Schempp bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang zur Sache. Doch bereits im zurückliegenden Jahr freute sich der Biathlet über einen tollen Erfolg. Denn der 29-Jährige sicherte sich bei der Weltmeisterschaft in Hochfilzen beim 15 Kilometer langen Massenstart-Rennen seine erste WM-Einzelmedaille. Mit einem unglaublichen Schlussspurt zog Schempp noch am Österreicher Simon Eder vorbei und feierte anschließend seinen Triumph. „Ich bin nur froh, dass es endlich mal nach ganz oben gereicht hat“, so der Weltmeister nach dem Rennen. Bereits zuvor gewann er außerdem mit der Mixed-Staffel die Goldmedaille. Nun möchte Schempp in Südkorea an diese Erfolge anknüpfen und sich, nach dem zweiten Platz mit der Staffel 2014 in Sotschi, auch seine erste olympische Einzelmedaille sichern.

 

Was kommt 2018 in Stuttgart?

Vieles dreht sich 2018 ums Rad: Der Gemeinderat hat jetzt den Etat zur Radförderung auf 7,6 Millionen Euro im Doppelhaushalt verdoppelt, der Ausbau des Radwegenetzes schreitet voran. Dass Stuttgart gerade auch für den Radsport eine tolle Stadt ist, wird Ende August zu sehen sein. Am 26. August endet die Neuauflage der Deutschlandrad-Tour auf der Theodor-Heuss-Straße. Die Stadt und der „Verband Region Stuttgart“ unterstützen das Event, das auch für Breitensportler Rennen bieten soll. Bereits im Frühjahr wird in Münster in die BMX-Strecke eröffnet.

Sportlich geht es mit drei Deutschen Meisterschaften weiter. Im Januar finden die Deutschen Meisterschaften im Judo, im Februar im Hallenhockey und im Dezember im Eiskunstlaufen statt.

 

Simon Schempp

Simon Schempp geht für die Ski-Zunft Uhingen – in der Nähe von Göppingen – an den Start. Insgesamt 25-mal stand der 29-Jährige bei Einzelwettkämpfen bereits auf einem Weltcup-Podest und gehört somit zu den großen deutschen Hoffnungen bei der anstehenden Winterolympiade in Südkorea.