VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsberger und -Sportdirektor Sven Mislintat besetzen Schlüsselpositionen um. Der Absteiger möchte den Wiederaufstieg gewährleisten.

 

 

Insgesamt hat Christian Gentner in seiner bisherigen Karriere für vier Vereine gespielt. In der Jugend für den TSV Beuren und den VfL Kirchheim. Danach folgte der Wechsel zu seiner großen Liebe, dem VfB Stuttgart. Christian Gentner hat mit den Schwaben einiges erlebt. Nun ist seine Reise am Neckar aber vorerst zu Ende.

Der Absteiger hat sich dafür entschieden, den Vertrag mit seinem Kapitän nicht zu verlängern. Zunächst spielte Gentner fünf Jahre in der Jugend der Stuttgarter. Anschließend lief er ein Jahr für die zweite Mannschaft auf und schaffte dann den Sprung in die Profimannschaft. Bereits zwei Jahre darauf, 2007, schrieb er gemeinsam mit Mario Gomez, Thomas Hitzlsperger und Sami Khedira mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft Geschichte. Spätestens dann machte er sich im Schwabenländle unvergesslich. Nach dem Titel­gewinn folgte der Wechsel zum VfL Wolfsburg, mit dem er auf Anhieb ebenfalls Meister wurde.

Doch allzu lange hielt er es ohne den VfB Stuttgart nicht aus. 2010 zog es den mittlerweile 33-Jährigen wieder zurück zu seinem Herzensclub. Die erfolgreichen Zeiten am Cannstatter Wasen waren jedoch vorüber. Der Traditionsclub verschwand im Niemandsland der Bundesliga und kämpfte bald schon gegen den zweiten Abstieg der Vereins­geschichte. Der folgte schließlich 2016. Doch auch in dieser schwierigen Zeit hielt Christian Gentner dem VfB die Treue und ging mit den Schwaben als Kapitän die Mission Wiederaufstieg an – mit Erfolg.

Die Stuttgarter kehrten nach einem Jahr im Unterhaus wieder zurück in die Bundesliga. Nachdem der Verein in seinem ersten Jahr nach dem Wiederaufstieg auf dem siebten Tabellenplatz landete, waren die Erwartungen in der vergangenen Saison wieder gestiegen. Mit dem Abstieg wollte man nichts zu tun haben. Doch es kam anders und letztendlich folgte der erneute Gang in die zweite Liga. Dieses Mal jedoch ohne den Kapitän. Nach 373 Pflichtspielen, 50 Toren und 45 Torvorlagen im Trikot mit dem Brustring ist für den eingefleischten Stuttgarter Schluss.

„Christian ist ein VfBler durch und durch“, das weiß der VfB-Sportvorstand und Gentners ehemaliger Teamkollege Thomas Hitzlsperger genau: „Er hat sich darüber hinaus immer total mit dem VfB identi­fiziert und den Verein vorbildlich repräsentiert.“ Die Verantwortlichen sehen sich jedoch gezwungen, einen kompletten Umbruch zu schaffen, um den VfB Stuttgart langfristig wieder konkurrenzfähig zu machen. „Christian Gentner war über viele Jahre ein Aushängeschild des VfB und ein ligaweit hoch geschätzter Leader des VfB“, lobt Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat.

Er betont jedoch: „Wir sind aber davon überzeugt, dass nach dem erneuten Abstieg in die Zweite Bundesliga ein umfassender Neuanfang notwendig ist. Deshalb haben wir letztlich entschieden, Schlüsselpositionen innerhalb des Kaders neu zu besetzen.“ Ein Comeback des langjährigen Kapitäns ist jedoch nicht ausgeschlossen: „Wir können uns sehr gut vorstellen, ihn nach seiner aktiven Karriere in die Arbeit beim VfB einzubinden und haben ihm in diesem Zusammenhang verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt“, erklärt Hitzlsperger, der ebenfalls nach seiner aktiven Zeit, in der er ebenfalls VfB-Kapitän war, zu den Schwaben zurückgekehrt war. Nun ist jedoch erst einmal Zeit, Abschied von Christian Gentner zu nehmen.

 

 

VfB-Verträge

Die Verträge von Dennis Aogo und Andreas Beck werden ebenfalls nicht verlängert. Sie sind ab dem 1. Juli ablösefrei zu haben. Auch ihre Verträge wurden aufgrund des angestrebten Umbruchs beim VfB Stuttgart nicht erneuert. Die Zukunft von Mario Gomez, Holger Badstuber und Daniel Didavi ist noch unklar.