Tayfun Korkut ist weiter im Aufwind und holt mit dem VfB Stuttgart den nächsten Dreier. In Stuttgart hat er bereits namhafte Vorgänger, die nicht immer glänzen konnten.

 

 

Wieder ein Dreier. Wieder ein 1:0. Wieder trifft Mario Gomez. Der VfB Stuttgart bleibt unter seinem neuen Trainer Tayfun Korkut weiter ungeschlagen und sammelt wichtige Punkte im Kampf um den Klassenverbleib. Seit dem 29. April 2017 wartete der Bundes­ligist auf einen Auswärtssieg. Damals gewann er unter Hannes Wolf am 31. Spieltag der vergangenen Zweitligasaison gegen den 1. FC Nürnberg mit 3:2. Im Oberhaus feierte der VfB zuletzt am 6. Februar 2016 einen Triumph auf fremden Rasen. Gegen die Eintracht Frankfurt gewannen sie an diesem Tag mit 4:2. Trainer war da noch Jürgen Kramny, der den zweiten Abstieg der Vereinsgeschichte nicht verhindern konnte. Korkut holte in seinen ersten drei Partien als Chef-Trainer sieben Zähler und sammelte dadurch mächtig Sympathiepunkte bei den Fans. Die Verantwortlichen fühlen sich durch den jüngsten Erfolg bestätigt. Vom Torschützen Gomez gab es daher auch ein Extralob: „Das war ein hochverdienter Sieg für uns. Wir müssen das Spiel eigentlich 3:0 oder 4:0 gewinnen. Aber so weit sind wir noch nicht. Aber wir sind dennoch sehr glücklich“, sagte der 32-Jährige nach dem Sieg bei Sky: „Sieben Punkte in drei Spielen unter dem neuen Trainer, das kann sich sehen lassen.“

Vorgänger hat Korkut bereits en masse. Seit dem Gewinn der Meisterschaft saßen bereits 15 unterschiedliche Coaches auf der Bank der Schwaben. Dem Meistertrainer Armin Veh, der in 1017 Tagen als Trainer beim VfB durchschnittlich 1,66 Punkte holte, konnte nur noch Bruno Labbadia das Wasser reichen. Für den gebürtigen Darmstädter war erst nach 987 Tagen und 1,46 Punkten im Schnitt Schluss. Kein Nachfolger des 52-Jährigen konnte in der ersten Liga an diesen Schnitt anschließen. Und so stürzte der VfB vom Europa-League-Aspiranten zum Abstiegskandidaten ab. Auch Veh konnte in seiner zweiten Amtszeit am Wasen nicht mehr überzeugen. Lediglich für 13 Partien (0,69 Punkte) übernahm er die Mannschaft, ehe er wieder seine Koffer packte. Auch Alexander Zorniger war auf der Bank der Stuttgarter nicht viel erfolgreicher. Der ehemalige Mittelfeldspieler führte zuvor RB Leipzig in die Zweite Bundesliga.

Am Neckar kam er in seinen 15 Partien jedoch nur auf durchschnittlich 1,07 Punkte. Auch deshalb war Hannes Wolf bei den schwäbischen Fans so beliebt. Er brachte den Klub wieder in die Erfolgsspur. Im Schnitt machte er mit dem VfB
1,6 Zähler pro Spiel, auch wenn die meisten Punkte in der zweiten Liga geholt wurden. Umso skeptischer empfingen die Anhänger Korkut, der bei seinen vorherigen Stationen Leverkusen, Hannover und Kaiserslautern lediglich knapp über einen Zähler im Schnitt holte. Dass er aber gewinnen kann, bewies er mit seinem Auftakt beim Bundesligisten. In Stuttgart sehnt man sich jedenfalls wieder nach Konstanz auf der Trainerposition. Die ständige Rotation auf der Bank soll nun endlich ein Ende nehmen. Und wer weiß, möglicherweise ist Korkut hierfür genau der Richtige – trotz seiner Startschwierigkeiten mit den kritischen Fans.

 

Rekordhalter

Der erste Trainer des VfB Stuttgart hielt sich am längsten im Amt. Georg Wurzer war 4748 Tage (1947 bis 1960) als Coach der Schwaben tätig und holte im Schnitt zwei Punkte pro Spiel. Die kürzeste Amtszeit hatte Olaf Janßen. Als Interimstrainer brachte es der 51-Jährige auf sechs Tage und gewann seine beiden Spiele.