Von Stuttgart nach Texas hieß es für Laurents Hörr. Der Gerlinger feiert sein Debüt in der FIA WEC und räumt gleich ab.

 

 

Das Motorsporttalent Laurents Hörr aus Stuttgart wird sich den 23. Februar 2020 wohl ganz dick im Kalender markieren. Denn der 22-Jährige ging erstmals in der FIA-Langstreckenmeisterschaft WEC an den Start. Und als wäre das nicht schon genug Grund zur Freude, landete er auf der texanischen Grand-Prix-Strecke Circuit of The Americans 'mit seinen Fahrerkollegen Egidio Perfetti und Matteo Cairoli auf einem Podestplatz. Mit ihrem Porsche 911 RSR mit der Startnummer 56 sicherte sich das Porsche-Team Project 1 am Ende den dritten Rang.

Dabei war Hörr erst vor wenigen Tagen in das Team berufen worden. Probefahrten gab es deshalb lediglich im Simulator, um sich auf das Auto und die Strecke vorzubereiten. Insgesamt zwei Einsätze von jeweils über einer Stunde hatte der Le-Mans-Cup-Champion während des sechsstündigen Rennens. Nach dem Rennen gab es für das Stuttgarter Talent lobende Worte: „Das Team und ich waren sehr zufrieden mit meiner Leistung, gerade in Anbetracht der sehr kurzen Vorbereitungszeit“, freute sich Hörr: „Am Ende war meine Pace sehr gut und wir wissen, an was wir für die Zukunft zu arbeiten haben.“

Sein Teamkollege Perfetti freute sich über die schnelle Integration Hörrs ebenfalls sehr. Denn der amtierende Champion der LMGTE Am-Kategorie blickt auf eine herausfordernde erste Saisonhälfte zurück und schätze den Podestplatz daher als „längst überfällig ein“ und ergänzte: „Die Pole-Position und die Tatsache, dass wir in dieser neuen Fahrerkonstellation auf Anhieb schnell waren, freut uns sehr“. Und auch der Teamchef Axel Funke zeigte sich nach der fünften von acht Stationen der Saison 2019/20 zufrieden: „Mit der Startnummer 56 den Weg zurück in die Erfolgsspur zu finden, war eines unserer Hauptziele für Austin. Das ist uns als bestplatziertes Porsche-Team mit dem Podium gelungen.“

Hörr darf sich also über ein rundum gelungenes Debüt freuen. Bereits seit vielen Jahren arbeitet der Stuttgarter für dieses Ziel. „Motorsport betreibe ich seit meinem sechsten Lebensjahr, mit elf Jahren ging ich mit einem Kinderkart erstmals an den Start“, verrät der Motorsport-Fanatiker auf seiner Homepage. Nachdem er drei Jahre fahrerische Ausbildung in der Bambini-Klasse hinter sich hatte, wechselte er 2012 in die X30-Junioren­klasse, ehe er über die Stationen Formel Renault 1.6 (2014), Formel 1.6 Nordic (2015) und die Formel Renault 2.0 NEC (2016) 2018 letztlich beim Michelin Le Mans Cup landete. Nachdem er dort 2019 bereits den Titel gewann, darf er sich nun über seine neuen Herausfor­derungen in der WEC freuen. Der nächste Halt macht die Langstreckenmeisterschaft am 20. März in Florida.

 

 

WEC-Kalender

Der WEC-Kalender umfasst acht Stationen. Der Saisonauftakt fand 2019 in Großbritannien statt. Abgeschlossen wird die Saison am 14. Juni 2020 mit dem 24-Stunden-Rennen in Le Mans, Frankreich. Zunächst kommen jedoch noch Zwischenstopps in Amerika und Belgien.