Der VfB Stuttgart trifft im Eröffnungsspiel der zweiten Liga gleich auf Hannover 96. Hat der Club die Negativerlebnisse  der vergangenen  Wochen gut überstanden? Oder gibt es gleich am ersten Spieltag einen Dämpfer?

 

 

Das Warten hat ein Ende. In zwei Tagen beginnt die neue Saison für den VfB Stuttgart. In der Mercedes-Benz Arena wartet gleich am ersten Spieltag ein erster richtiger Gradmesser auf die neu aufgestellten Schwaben. Gegen den Mitabsteiger Hannover 96 eröffnen sie die Zweitliga-Saison und müssen unter Beweis stellen, dass der schmerzhafte Gang in das Unterhaus erfolgreich verdaut wurde und das Projekt Wiederaufstieg angegangen werden kann.

Doch hierfür muss der Verein nun auch zur Ruhe kommen. Das Manager-Team, bestehend aus Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat, hat in der Sommerpause fleißig gearbeitet und die Mannschaft von Grund auf neu aufgestellt. Altstars wie Dennis Aogo, Christian Gentner oder Andreas Beck mussten weichen und Platz machen für junge Spieler à la Tanguy Coulibaly, Atakan Karazor oder Mateo Klimowicz. Aber nicht nur Talente sollen den Erfolg bringen.

Daher wurden auch erfahrene Zweitliga-Spieler, wie Philipp Klement und Hamadi Al Ghaddioui, geholt und auch ältere Profis gehalten – zum Beispiel Mario Gomez, Daniel Didavi und Gonzalo Castro.

„Wir brauchen diese Erfahrungswerte, um junge Spieler wirklich zur vollen Qualität entwickeln zu können“, begründete Mislintat die weitere Zusammenarbeit mit diesen Spielern. Gelotst wird das Team von Cheftrainer Tim Walter, der dem Kader wieder Leben eingehaucht hat. Er lässt seine Akteure nicht nur hart arbeiten, sondern bringt sich auch selbst ein und sorgt für gute Stimmung. Attribute, die der VfB in der vergangenen Saison vermissen ließ. 

Dann gilt es außerdem, die Störgeräusche der vergangenen Wochen erfolgreich hinter sich zu lassen. Denn die Akte Wolfgang Dietrich hatte in den vergangenen Wochen und Monaten für ordentlich Zündstoff und Wirbel gesorgt. Viele Anhänger sind auf die Barrikaden gegangen und forderten den Rücktritt des Präsidenten – manche von ihnen sind dabei auch über das Ziel hinausgeschossen.

Die Mitgliederversammlung am 14. Juli, bei der auch über die Zukunft Dietrichs entschieden werden sollte, brachte das Fass endgültig zum Überlaufen. Die digitale Abstimmung über die Abwahl des Präsidenten konnte aufgrund von technischen Problemen nicht durchgeführt werden, und die Versammlung wurde daraufhin abgebrochen.

Die Fronten verhärteten sich endgültig, und so folgte am Tag darauf der Rücktritt Dietrichs via Facebook. Die Partie gegen Hannover 96 könnte ein erstes Indiz dafür sein, wie der Club die Unruhen verkraftet hat und ob nun Ruhe einkehren kann.

 

 

29 500 Dauerkarten

Der VfB Stuttgart kann sich trotz des Abstiegs auf seine Fans verlassen: Die Schwaben haben für die Saison 2019/20 insgesamt 29 500 Dauerkarten verkauft.