Und plötzlich war es vorbei. Am vergangenen Freitag hat der Aufsichtsrat der VfB Stuttgart 1893 AG beschlossen, dass sie die Zusammenarbeit mit dem Sportvorstand Jan Schindelmeiser zum 30. September 2017 beendet.

 

 

Schon jetzt wurde er aller seiner Tätigkeiten ent­hoben. Sein zukünftiger Nachfolger ließ nicht lange auf sich warten: Schon einen Tag nach Schindelmeisers Aus wurde Michael Reschke als dessen Erbe vorgestellt. Der 59-Jährige kommt vom FC Bayern München, für den er drei Jahre als Technischer Direktor arbeitete. Bei den Stuttgartern unterschrieb Reschke einen Dreijahresvertrag. Für Jan Schindelmeiser ist das Projekt in Stuttgart somit beendet. Nach lediglich einem Jahr packt der Flensburger seine Sachen – trotz gelungenem Aufstieg. Wie es für ihn nun weitergehen könnte, zeigen drei seiner Vorgänger.

 

Horst Heldt

2006 beendete der inzwischen 47-Jährige seine aktive Fußballlaufbahn und übernahm beim VfB Stuttgart die Rolle des Sport­direktors. Mit der Meisterschaft 2007 gelang Heldt der perfekte Einstand. 2010 folgte die Trennung der Schwaben von Heldt, den es daraufhin nach Schalke verschlug. Bei den Gelsenkirchenern agierte der frühere National­spieler bis zum Ende der Saison 2015/16 im Bereich Sport/Marketing und letztlich zudem noch im Bereich Sport und Kommunikation. Anschließend musste er für Christian Heidel weichen. Inzwischen arbeitet Heldt als Manager beim zweiten Aufsteiger der vergangenen Spielzeit, Han­nover 96. Dort übernahm er am 5. März 2017 das Amt von Martin Bader.

 

Fredi Bobic

Der Stürmer war in Stuttgart vor allem für das „Magische Dreieck“ mit Krassimir Balakov und Giovane Elber bekannt. 1997 gewann er zudem den DFB-Pokal mit den Schwaben. Zwei Jahre darauf verschlug es ihn zu Borussia Dortmund. 2010 kehrte Bobic an den Neckar zurück. Als Nachfolger von Horst Heldt arbeitete er bis 2014 für den VfB als Sportdirektor. Nach einer zweijährigen Pause wurde der zweimalige Familienvater am 1. Juni 2016 Mitglied des Vorstandes bei Eintracht Frankfurt.

 

Robin Dutt

 

Wie für Jan Schindelmeiser endete auch die Arbeit von Robin Dutt nach nur einem Jahr bei den Schwaben. Nach dem zweiten Abstieg der Vereinsgeschichte trennten sich die Stuttgarter von Dutt. Nach seinem Aus beim VfB ging der gelernte Industriekaufmann auf Abstand zum Fußball. Bei der Fußball-EM in Frankreich fungierte er bereits wieder als TV-Experte. Nun möchte der 52-Jährige zurück ins harte Fußball-Geschäft.

Auch für Jan Schindelmeiser geht die Suche nun wieder los. Für den geschassten Manager kam der Rauswurf so unerwartet wie für viele Fans, wie er in einer Erklärung verstehen ließ: „Viele von Ihnen sind überrascht von der aktuellen Entwicklung. Ich bin es auch.“ Ob Schindelmeiser in dieser Saison noch bei einem Bundesligisten landet oder im Ausland eine neue Aufgabe findet oder gar eine Pause einlegt, ist genauso schwer abzuschätzen wie die Zeitspanne, in der Michael Reschke seinen Tätigkeiten beim VfB Stuttgart nachgehen wird.

 

Michael Reschke

Michael Reschke verbrachte die längste Zeit seiner Laufbahn in Leverkusen. Von 1979 bis 1998 trainierte er die U-17- und U-19-Teams des Bundesligisten. Es folgte eine sechsjährige Tätigkeit als Leiter der Nachwuchsabteilung, bevor er von 2002 bis 2004 Leiter der Scouting-Abteilung und schließlich Manager wurde.