Der VfB Stuttgart hat sich nach der 0:6-Niederlage gegen Augsburg von Trainer Weinzierl getrennt. U19-Coach Nico Willig leitet das Team interimsweise bis zum Saisonende.

 

 

Für den VfB Stuttgart geht es in den nächsten Wochen um das Überleben in der Bundesliga. In dieser Saison hat der Verein so ziemlich jeden Negativrekord gebrochen, den es zu brechen gab. Aus diesem Grund steht der VfB Stuttgart vor dem dritten Abstieg seiner Vereinsgeschichte. Dieses Unglück soll nun der bisherige U19-Trainer Nico Willig verhindern.

Der 38-Jährige beerbt übergangsweise Markus Weinzierl, der nach der 0:6-Niederlage gegen den FC Augsburg seine Koffer packen musste. „Wir haben mehrfach betont, dass es unser klarer Wunsch war, die Saison mit Markus Weinzierl und dem Trainerteam zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen“, gab der Sportvorstand Thomas Hitzlsperger in einer Mitteilung bekannt.

Dieses Ziel hat der VfB Stuttgart nicht erreicht und installierte mit Willig nach Tayfun Korkut und Weinzierl bereits den dritten Trainer in der laufenden Saison. „Nach dem überaus enttäuschenden Spiel in Augsburg sind wir aber zu der Überzeugung gekommen, dass wir die Situation neu bewerten müssen und ein klarer Schnitt zwingend notwendig ist, um den Ligaverbleib zu schaffen“, wird Hitzlsperger zitiert. Hieß: Die Stunden von Weinzierl beim VfB Stuttgart waren gezählt. Der 44-Jährige holte in seiner Amtszeit seit dem 10. Oktober in 23 Ligapartien insgesamt lediglich vier Siege.

Dem gegenüber stehen 15 Niederlagen – viel zu wenig für die Stuttgarter, die nach Neuverpflichtungen a la Nicolas Gonzalez (rund acht Millionen Euro) und Pablo Maffeo (rund neun Millionen Euro) euphorisch in die Saison gestartet sind. Diese Euphorie wurde jedoch schnell gebremst und bereits nach sieben Spieltagen trennten sich die Schwaben vom damaligen Coach Korkut und installierten Weinzierl. Der Neue an der Seitenlinie beim VfB, Nico Willig,hat bereits genaue Vorstellung, wie er die letzten Spieltage mit dem Team gestalten möchte.

Dabei spielen unter anderem auch Spieler wie Holger Badstuber eine Rolle. Spieler, die in der jüngsten Vergangenheit eigentlich keine Rolle mehr gespielt hatten. Allgemein hat Willig klare Anforderungen, insbesondere an die erfahrenen Akteure im Team: „Ich erwarte, dass sie klar verstehen wollen, wie mein Weg ist und dass sie diese Ideen von mir an ihre Mitspieler übertragen.“ In den letzten Endspielen des VfB Stuttgart möchte Willig zudem auf einen für Abstiegskandidaten eher unüblichen Spielstil setzen ganz nach der Devise Flucht nach vorne: „Ich will, dass meine Handschrift zu erkennen ist. Ich will, dass wir einen sehr aktiven Spielstil pflegen und ständig online sind, wie wir im Jugendbereich oft gesagt haben. Das bedeutet, eine ständige Angriffsbereitschaft zu pflegen. Wenn wir das auf den Platz bekommen, dann werden wir unser Ziel erreichen.“

Dass diese Taktik erfolgreich sein kann, bewies Willig bereits mit der U19-Mannschaft der Schwaben. Drei Spieltage vor Ende steht das Nachwuchsteam in der A-Junioren-Bundesliga Staffel Süd/Südwest auf dem ersten Tabellenplatz und verfügt über ein Fünf-Punkte-Polster auf den Verfolger FSV Mainz 05. Ob dieses Konzept auch bei den Profis aufgeht, wird sich nach dem 34. Spieltag beziehungsweise nach den zwei möglichen Relegationsspielen zeigen.

 

 

Der Neue

Nico Willig war bei der TSG Balingen von 2006 bis 2011 als Spieler und von 2012 bis 2015 als Trainer aktiv. 2015 kam er zum VfB Stuttgart und übernahm die U17-Oberligamannschaft und ein Jahr später schließlich das U17-Bundesliga-Team. Im vergangenen Sommer folgte die Beförderung zum U19-Coach.