Nach dem schwachen und enttäuschenden Saisonstart des VfB Stuttgart reagiert der Verein und entlässt den Cheftrainer Tayfun Korkut und dessen Trainerstab. Für die Schwaben eine bekannte Situation.

 

Sieben Bundesligaspiele, ein Sieg, zwei Unentschieden, vier Niederlagen, sechs Tore, 13 Gegentreffer, fünf Punkte, der letzte Tabellenplatz und zudem das Aus im DFB-Pokal. Für den VfB Stuttgart lief der Saisonstart alles andere als erfolgreich. Nun reagierte der Verein: Cheftrainer Tayfun Korkut musste nach der enttäuschenden 1:3-Niederlage beim Tabellenletzten Hannover 96 seinen Platz räumen.

Nachdem der gebürtige Stuttgarter am 29. Januar das Amt von Hannes Wolf übernahm, führte er die Stuttgarter mit einem sensationellen Lauf zum Klassenerhalt und sogar noch auf den siebten Tabellenplatz. Diese Erfolgsserie veranlasste den Sportdirektor Michael Reschke im Juni auch dazu, die Verträge mit dem Coach und seinem gesamten Trainerstab frühzeitig bis zum Jahr 2020 zu verlängern.

„Wir haben einen Top-Trainerstab mit Tayfun Korkut an der Spitze und sind froh, die Verträge mit ihm und den beiden Co-Trainern Ilija Aracic und Steven Cherundolo zu verlängern. Sicherlich war der sportliche Erfolg in den vergangenen Monaten außergewöhnlich. Aber ebenso wichtig für uns ist die Professionalität, mit der sich die drei in den Club einbringen, und die Harmonie und die Erfolgsbesessenheit, mit der sie mit dem gesamten Team und unserem Staff zusammenarbeiten“, sagte Reschke im Juni nach der Vertragsverlängerung noch.

Auf Basis der erfolgreichen Rückrunde und der frühzeitigen Transfers des VfB war die Vorfreude auf die neue Spielzeit riesig. Inzwischen wich diese Freude jedoch und Ernüchterung hat sich am Neckar breitgemacht. Wieder einmal beginnt sich das Trainerkarussell zu drehen und die Stuttgarter sind mal wieder der erste Bundesligist, der sich von seinem Trainer trennt.

„Die ausbleibende sportliche Entwicklung im Laufe dieser Saison und die negativen Ergebnisse haben uns dazu bewogen, diesen Schritt zu vollziehen“, kommentierte Reschke seine Entscheidung. Dabei vermittelte der Manager unmittelbar nach der Niederlage in Hannover noch zuversichtlich, mit Korkut weiterhin zusammenzuarbeiten:

„Die Frage nach dem Trainer stellt sich für uns nicht. Tayfun hat den Bock schon mal entscheidend umgeworfen. Diese Hoffnung haben wir auch jetzt. Wir haben 14 Tage Zeit, um viel zu sprechen und vor dem Dortmund-Spiel auf Neustart zu drücken.“Wenige Stunden nach dieser Aussage war dann aber doch klar, dass die Ära Korkut in Stuttgart nach dem enttäuschenden Saisonstart zu Ende ist und Ex-Nationalspieler Andreas Hinkel vorerst die Leitung des Teams übernimmt. Hinkel trainierte bis zum Sommer die zweite Mannschaft des Bundesligisten und macht derzeit seinen Trainerschein.

Der Rauswurf Korkuts spielt natürlich auch nicht in die Karten von Reschke, der den Vertrag mit dem Deutschtürken frühzeitig verlängert hat. Den entscheidenden Impuls für die Entlassung gab letztlich offenbar der VfB-Präsident Wolfgang Dietrich, der Reschke und weitere Club-Vorstände nach deren Ankunft in der Landeshauptstadt noch zum Gespräch bat – was am nächsten Tag folgte, ist bekannt.

 

Kurzer Auftritt

Tayfun Korkut stand für den VfB Stuttgart in 22 Bundesligapartien an der Seiten­linie. In dieser Zeit erzielte der 44-Jährige im Schnitt 1,64 Punkte. Insgesamt holte er zehn Siege und sechs Unentschieden. Korkut war seit Juli 2015 bereits der sechste Trainer, der sein Glück bei den Schwaben probierte.