Der VfB Stuttgart angelt sich mit Sven Mislintat einen anerkannten Scout. Die Zeichen beim Bundesligisten stehen jedoch dennoch auf Relegation oder sogar direkter Abstieg.

 

Es waren mal wieder ereignisreiche Tage beim VfB Stuttgart. Der Bundesligist hat in der vergangenen Woche einen neuen Sportdirektor installiert. Ab Mai wird Sven Mislintat für die Stuttgarter auf dem Transfermarkt aktiv sein. Thomas Hitzlsperger rüstete den 46-Jährigen mit einem Zweijahresvertrag aus. Mislintat war über viele Jahre als Leiter Profi­fußball und Chefscout bei Borussia Dortmund tätig und fungierte zuletzt bis Ende Januar beim englischen Topclub FC Arsenal als Leiter der Scouting-Abteilung. Er entdeckte Spieler wie Pierre-Emerick Aubameyang, Shinji Kagawa und Ousmane Dembele.

„Ich freue mich sehr, dass er sich dazu entschieden hat, ab sofort Teil unseres VfB Teams zu werden“, erklärt Hitzlsperger und ergänzt: „Wir stehen alle zusammen vor der großen Herausforderung, das hier und heute, die aktuelle sportliche Situation, positiv zu gestalten, den Klassenerhalt zu sichern und parallel schon den VfB von morgen zu planen und aufzubauen.“ Mislintats Kontrakt gilt daher auch für die zweite Liga. Denn inzwischen ist der Klassenverbleib in weite Ferne gerückt. Durch die 0:1-Niederlage gegen Bayer Leverkusen ist der Abstand auf das rettende Ufer auf sechs Punkte angewachsen. Doch nicht nur der große Punkteabstand spricht dafür, dass dem VfB der direkte Klassenerhalt nicht gelingen wird.

Unruhestifter

Im Team herrschen große Unruhen. Zuletzt machten Spieler wie Borna Sosa und Pablo Maffeo mit negativen Schlagzeilen auf sich aufmerksam, da sie mit ihrer Rolle am Neckar nicht einverstanden sind. Während es für Sosa nach seiner öffentlichen Kritik an Trainer Markus Weinzierl einige ernste Worte von Hitzlsperger gab: „Wir haben mit Borna gesprochen und ihm klar zu verstehen gegeben, was wir von Spielern des VfB Stuttgart auf und neben dem Platz erwarten“, traf es Pablo Maffeo wesentlich härter.

Der Sommer-Neuzugang wurde aus dem Kader des Bundesligisten gestrichen, bestätigte Pressesprecher Tobias Herwerth: „Es ist richtig, dass er bis auf Weiteres nicht mit der Mannschaft trainiert.“ Den nächsten Bärendienst für sein Team erwies Santiago Ascacibar. Der Mittelfeldspieler sah gegen Leverkusen die Rote Karte, nachdem er seinen Gegenspieler Kai Havertz angespuckt hatte. Anschließend folgte noch ein Schubser gegen den Unparteiischen Tobias Stieler. „Das geht gar nicht“, sagte Weinzierl nach der Partie erbost, „er muss seine Emotionen im Griff haben.“ Neben mehreren Spielen Sperre gibt es für Ascacibar zudem eine Geldstrafe durch den Verein.

Ständige Rotationen

Und auch die derzeitige Offensivflaute der Schwaben macht nur wenig Hoffnung auf einen direkten Klassenverbleib. Gerade einmal 27 Treffer stehen auf dem Konto der Stuttgarter. Lediglich der 1. FC Nürnberg und Hannover 96 weisen eine schlechtere Statistik auf. Weinzierl findet einfach kein Mittel, mehr Offensivkraft aus der Mannschaft herauszuholen.

In den vergangenen Wochen rotierte er im Sturm des Öfteren. Mal stand Mario Gomez vorne, mal Nicolas Gonzales. Auf den Flügeln setzte er mal auf Donis, mal auf Steven Zuber und Alexander Esswein. Von einer eingespielten Startelf ist der VfB daher weit entfernt. Durch die ständigen Rotationen kommt in die Mannschaft keine Ruhe hinein. Diese Unruhe beschreibt die allgemeine derzeitige Situation des Tabellen-16. sehr gut.

 

 

Tore müssen fallen

Noch hat der VfB Stuttgart fünf Spiele Zeit, um den nächsten Abstieg zu verhindern. In den letzten Partien der Saison warten auf den Bundesligisten der FC Augsburg, Borussia Mönchengladbach, Hertha BSC Berlin, VfL Wolfsburg und Schalke 04. Für den direkten Nichtabstieg müssen sie sechs Zähler auf Schalke gutmachen.