Tayfun Korkut ist der Trainer-Nachfolger von Hannes Wolf beim VfB Stuttgart. Bei den schwäbischen Anhängern hat der Neue jedoch einen schweren Stand.

 

 

Mit dem zweiten Aufstieg der Vereinsgeschichte hat sich der ehemalige VfB-Trainer Hannes Wolf in Stuttgart unsterblich gemacht. Der 36-Jährige war für seine ruhige und besonnene Art bekannt und kam bei den schwäbischen Anhängern gut an. Nach vielen Jahren mit unzähligen Coaches freuten sich die Fans nach dem gelungenen Wiederaufstieg über Kon­stanz auf der Trainerposition. Doch dieser Wunsch nahm nach zuletzt sieben Niederlagen in acht Spielen unter Wolf ein jähes Ende. Sportdirektor Michael Reschke reagierte und zog die Reißleine. Auch, weil der Trainer daran zweifelte, das Team zukünftig noch erreichen zu können.

Bereits nach der Entlassung äußerten sich viele VfB-Anhänger verärgert über die Entscheidung. Noch größer wurde der Ärger, als Reschke den Nachfolger präsentierte: Tayfun Korkut soll den erneuten Abstieg verhindern. Bei seinen vorherigen Stationen Bayer Leverkusen, FC Kaiserslautern und Hannover 96 kam der geborene Stuttgarter auf einen Punktedurchschnitt von knapp über einem Punkt. Deshalb trauen ihm einige Fans den Job als Retter nicht zu. „Dass die Leute erst mal emotionalisiert sind, das erlebe ich ja hier in Stuttgart jeden Tag. Die Wucht, die dieser Verein hat, die Bedeutung, die der VfB für die Menschen in der Region hat, ist außergewöhnlich“, so der Sportdirektor bei „Sport im Dritten“.

Dass Korkut gewinnen kann, bewies er nun bei seinem zweiten Spiel als Trainer des Aufsteigers. Gegen Mönchengladbach siegte er bei seinem Heimdebüt mit den Cannstatter Jungs mit 1:0. Bekanntlich wird aus einem zunächst verschrienen Menschen nicht selten doch noch ein guter Freund. So ähnlich könnte das auch mit den Schwaben und Korkut werden. Seinen schweren Stand bei den Anhängern möchte er dabei ausblenden: „Ich bin zum VfB gekommen, um zu arbeiten. Der Wind, der weht, gehört dazu, aber er wird in keiner Weise meine Arbeit beeinflussen. Ich weiß, was ich kann und wie ich es angehen muss. Klar prallt das an mir ab.“

Am Ende des Tages haben sowohl die Fans als auch der Trainer und der Vorstand das gleiche Ziel: Die Schwaben sollen erstklassig bleiben. Wird dieses Ziel erreicht, verspricht Reschke eine ruhigere Spielzeit: „Dieses Jahr 15. zu werden, ist mindestens genauso eine Herausforderung wie der Aufstieg im letzten Jahr“, so der Sportvorstand. „Wenn wir diese Saison die Klasse halten, dann wird es Zug um Zug möglich sein, den VfB Stuttgart auch
mal wieder in anderen Tabellen­regionen zu eta­blieren.“

 

Tayfun Korkut

Sein Debüt als Bundesligatrainer gab Tayfun Korkut bei Hannover 96. Dort saß der 43-Jährige insgesamt 48 Spiele auf der Bank. Anschließend folgten Stationen beim 1. FC Kaiserslautern und Bayer Leverkusen. Als aktiver Spieler lief er unter anderem sechs Jahre für die Stuttgarter Kickers auf.