Auch wenn der VfB Stuttgart mit dem 1:1 bei Union Berlin den Sprung an die Tabellenspitze der Zweiten Fußball-Bundesliga verpasst hat, werden die Roten unter der Leitung von Hannes Wolf ihrer Rolle als Aufstiegskandidat immer mehr gerecht. Zwar variiert der Neu-Trainer seine Startelf je nach Taktik von Woche zu Woche, dennoch haben sich vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg (Montag, 20.15 Uhr) ein paar Akteure in den Vordergrund gespielt – andere haben es dagegen schwer, in die Mannschaft zu kommen.

 

 

Die Gewinner

Simon Terodde:

Simon Terodde wurde geholt, um den VfB Stuttgart wieder in die erste Liga zu schießen. Und der aktuelle Zweitliga-Torschützenkönig (25 Treffer für den VfL Bochum) scheint auf dem besten Weg zu sein, die Erwartungen zu erfüllen.

Acht Treffer erzielte der 28-Jährige in elf Ligaspielen –allein sechs davon in den vergangenen vier Spielen. Damit ist er ein wich­tiger Teil der Mannschaft geworden. Diese profitiert dabei von den Qualitäten des Torjägers klassischer Prägung: seiner Strafraumpräsenz, seiner Kopfballstärke, seinem unermüdlichen Einsatz für die Mannschaft und – ganz wichtig – seinem Killerinstinkt vor dem Tor.

 

Berkay Özcan:

Für viele völlig über­raschend hat sich der erst 18-jährige Berkay Öczan in der Stuttgarter Startformation festgespielt – und das obwohl er mit Alexandru Maxim prominente Konkurrenz auf seiner Position im offensiven Mittelfeld hat. Von Ex-Trainer Jos Luhukay nach guten Leistungen in der Saison-Vorbereitung ins Team geworfen, überzeugt der Deutsch-Türke vor allem mit einer starken Technik und hat nebenbei schon bewiesen, dass er auch als Sturmspitze eine Alternative sein kann.

13 Pflichtspiele inklusive zwei Toren und vier Vorlagen sind eine stolze Bilanz.

 

Timo Baumgartl:

Die ersten vier Spiele verpasste Timo Baumgartl wegen einer Schambeinprellung, doch seitdem verpasste der 20 Jahre alte Innenverteidiger keine Minute mehr. Für Wolf ist er der unangefochtene Fixpunkt in der Viererkette – und das nicht nur, weil er im Gegensatz zu seinen Kollegen Sunjic, Kaminski und Pavard deutlich weniger individuelle Patzer fabriziert.

Mit seiner Ruhe am Ball ist er für den Spielaufbau ein wichtiger Faktor. Als Belohnung für die starke Form debütierte Baumgartl kürzlich in der U-21-Nationalmannschaft.

 

 

Die Verlierer

Alexandru Maxim:

Alexandru Maxim gehört zweifellos zu den besten Fußballern im Kader. Doch trotz seiner technischen Qualitäten kam der 26 Jahre alte Spielmacher schon unter Jos Luhukay nicht über die Rolle des Edel­jokers hinaus – und das obwohl mit Daniel Didavi sein Hauptkonkurrent den Verein verlassen hat. Unter Wolf ist es nur vorübergehend besser geworden. Auch unter ihm schaffte es der Rumäne nicht, dem VfB-Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Zu mehr als Kurzzeiteinsätzen reicht es derzeit nicht, weil er nun mit Özcan einen neuen Konkurrenten vor der Nase hat.

 

Stephen Sama:

Zu Beginn der Spielzeit zählte Stephen Sama zum Stammpersonal in der Innenverteidigung – bis zu seinem verhängnisvollen Auftritt am vierten Spieltag. Gegen den 1. FC Heidenheim (1:2) misslang dem 23-Jährigen so ziemlich alles. Seitdem ist er raus und meilenweit von der ersten Mannschaft entfernt. Selbst in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga kommt Sama nicht zum Zug. In der vergangenen Länderspielpause gab Wolf ihm im Test gegen Darmstadt 98 (1:4) mal wieder eine Chance, die er aber nicht wirklich nutzen konnte.

 

Jean Zimmer:

Auch Jean Zimmer bekam im Testkick gegen Darmstadt mal wieder etwas Spielpraxis, aber auch er drängte sich Wolf wie so viele andere nicht eben auf. Vor der Saison vom 1. FC Kaiserslautern als Stammkraft verpflichtet, ging es für den 22 Jahre alten, variabel einsetzbaren Flügelspieler in den vergangenen Wochen stetig bergab. Nach durchwachsenen Leistungen an den ersten beiden Spieltagen nahmen die Einsatzzeiten kontinuierlich ab. Zuletzt kickte Zimmer nur einmal bei den Amateuren, bei den Profis stand er zuletzt Anfang Oktober auf dem Platz.