Für Tim Walter und Sven Mislintat ist Mario Gomez ein wichtiger Bestandteil, vor allem neben dem Platz. Wie geht es mit dem Stürmer zukünftig weiter?

 

Für den VfB Stuttgart liefen die vergangenen Wochen in der Zweiten Bundesliga alles andere als gut. Nach drei Niederlagen in Folge gegen Wehen Wiesbaden, Holstein Kiel und den Hamburger SV zeigte die Formkurve zunächst wieder nach oben. Zu Hause gewannen die Schwaben das Duell gegen Dynamo Dresden. Doch am vergangenen Samstag folgte der nächste Rückschlag: eine Auswärtsniederlage beim VfL Osnabrück. Das Debakel musste sich der ehemalige Nationalspieler Mario Gomez von der Bank aus anschauen. Erst in den letzten Minuten wechselte ihn sein Trainer Tim Walter ein – ohne Erfolg.Ein bekanntes Bild in dieser Saison. Die Offensivspieler Nicolas Gonzalez, Hamadi Al Ghaddioui und Silas Wamangituka bekommen bisher meist den Vorzug vor Gomez.Für Sportdirektor Sven Mislintat ist der Stürmer jedoch weiterhin besonders wichtig, da er zwei Aufgaben übernehme: „Die eine ist, Fußball zu spielen. Die andere ist, wie er innerhalb der Mannschaft agiert, sie führt und ihr hilft.“

Für den Trainer Tim Walter ist Gomez ebenfalls ein wichtiger Faktor. Die Spielzeit vergibt er jedoch klar nach dem Leistungsprinzip: „Wenn er Gas gibt und wenn er mir zeigt, er ist besser als die anderen und er trainiert besser als die anderen, dann hat er eine Möglichkeit zu spielen. So wie bei jedem anderen Stürmer auch, den wir haben.“ Für Walter steht der Erfolg des Teams im Vordergrund: „Mario merkt auch, dass die anderen Tore schießen und Spiele gewinnen. Er hatte auch die Möglichkeit zu spielen, hat aber nicht so getroffen.“ Für diese Ansicht zeigt Gomez Verständnis, macht aber deutlich: „Wenn ich für die Mannschaft da sein kann, dann versuche ich, für sie da zu sein“, erklärte er unlängst und verdeutlichte seine Ambitionen an sich selbst: „Ich bin ehrgeizig. Als Tourist brauche ich nicht zu den Spielen zu fahren.“

Wenn ein Mann mit solch einer Vita wie Gomez jedoch selten auf dem Spielfeld steht, werden die Gerüchte um ihn automatisch lauter. Ein Abgang im Winter? Wohl eher nicht, denn der gebürtige Stuttgarter möchte im Sommer den Wiederaufstieg mit seinem Herzensclub feiern. Und dann? Zuletzt sagte Walter, dass er sich den Meister von 2007 als Teil des Trainerteams vorstellen könnte: „Wenn er so eine Erfahrung weitergeben kann, ist er schon extrem wichtig für einen“, betonte der VfBCoach. An ein Engagement an der Seitenlinie glaubt er aber nicht wirklich: „Ich glaube, es wird schwierig, ihn davon zu überzeugen, weil er dann auch die Zeit genießen will, wenn er aufhört.“ Ist diese Zeit wo- möglich bald? Fakt ist, dass es für den 34-Jährigen bei einem möglichen Aufstieg nicht einfacher würde. Gut möglich also, dass er seine Karriere mit dem Erfolgserlebnis Wiederaufstieg mit dem VfB Stuttgart beenden könnte. Oder will es der 78-malige Nationalstürmer dann womöglich doch noch einmal wissen?