Der VfB Stuttgart wählt am kommenden Sonntag seinen neuen Präsidenten. Zur Wahl stehen zwei Unternehmer. 2020 wird es jedoch schon die nächste Präsidentenwahl geben.

 

 

Für den VfB Stuttgart soll es nach dieser Saison wieder in das Oberhaus gehen. Vor über einem halben Jahr ging es für den schwäbischen Traditionsvereins zum dritten Mal überhaupt in die Zweite Bundesliga. Den erneuten Absturz nutzten die Verantwort­lichen dieses Mal jedoch als Cut – sowohl im Kader selbst als auch in der Führungsetage. Nach den misslungenen Relegationsspielen gegen Union Berlin hat sich bei den Stuttgartern einiges getan. Einige neue Spieler, neuer Trainer und nun soll es auch einen neuen Präsidenten geben.

Der Druck auf den damaligen Kopf des VfB, Wolfgang Dietrich, wurde schließlich zu groß und der 71-Jährige zog die Reißleine. Am Sonntag wird Dietrichs Nachfolger gesucht. Um die geeigneten Kandidaten zu finden, nahmen sich die Schwaben viel Zeit. Einige Bewerber hatten ein Auge auf den Posten des Präsidenten geworfen. Zwei sind nun noch übrig und stellen sich Ende der Woche zur Wahl: Zwischen Claus Vogt und Christian Riethmüller müssen sich die VfB-Mitglieder entscheiden.

Seit dem 7. November stehen die beiden finalen Kandidaten fest. Diese Zeit nutzten sie selbstverständlich, um für sich zu werben. Riethmüller, Vorsitzender der Geschäftsführung der Buchhandlung Osiander, sagt: „Der VfB ist für mich eine Herzensangelegenheit. Ich möchte gerne mit meiner unternehmerischen Erfahrung, meiner Begeisterung und mit meinem langfristigen Denken zum Erfolg des VfB beitragen.“ Inzwischen ist aus seinem Familien-Unternehmen das drittgrößte Buchhandlungsunternehmen mit 70 Buchhandlungen in Süddeutschland geworden.

Vor allem „Empathie und Einfühlungsvermögen, gleichzeitig aber auch Durchsetzungsvermögen, langfristiges Denken sowie eine hohe Teamfähigkeit“ bescheinige man dem 45-Jährigen. Auch Vogt setzt unter anderem auf seine berufliche Erfahrung als geschäfts­führender Gesellschafter: „Das Amt verlangt verschiedene Anforderungen“, weiß der 50-Jährige. Dazu gehören für ihn wirtschaftliche Kenntnisse, die er durch seine eigene Firma Intesia mitbringe, ein gutes und seriöses Bild in der Öffentlichkeit: „Durch meine Aufgaben in meiner Firma und mein Ehrenamt beim FC PlayFair! e.­ V. bin ich es gewohnt, mich öffentlich gut und sicher zu bewegen und ein Unternehmen und einen Verein positiv zu repräsentieren.“

Zudem gehöre für Vogt auch sportliche Ruhe zu einer wichtigen Anforderung, deshalb möchte er „besonnen und vertrauensvoll handeln“. Die Wahl findet am Sonntag bei der außerordent­lichen Mitgliederversammlung in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle statt. Los geht es ab 13 Uhr und neben der Wahl zum Präsidenten sollen die Mitglieder zudem das dritte Präsidiumsmitglied und ein neues Vereinsbeiratsmitglied bestimmen.

Ob Vogt oder Riethmüller, der neue Präsident der Schwaben hat sein Amt zunächst aber nicht lange inne. Denn die Wahl bemächtigt den Sieger nur zur Erfüllung der restlichen Amtszeit von Dietrich. Das bedeutet, im neuen Jahr wird es bereits wieder eine neue Präsidentenwahl geben. Aber eins nach dem anderen.

 

 

VfB-Präsidenten

Seit 1918 gab es beim VfB Stuttgart 13 Präsidenten. Zuletzt waren Gerd Mäuser (2011–13), Bernd Wahler (2013–16) und Wolfgang Dietrich (2016–19) an der Spitze des Vereins. Der neue Präsident tritt aber unter anderem auch in die Fußstapfen von Fritz Walter (1944–68) und Gerhard Mayer-Vorfelder (1975–2000).