Der VfB Stuttgart hat nach zuletzt drei Liga-Niederlagen in Folge zurück in die Spur gefunden. Auch dank Santiago Ascacibar, einer Verpflichtung von Michael Reschke – dessen Handschrift noch immer zu erkennen ist.

 

 

Im Sommer war er fast schon weg. Am Sonntag hat er für den VfB Stuttgart aber sein erstes Pflichtspieltor erzielt – und ein wichtiges dazu. Die Rede ist von Santiago Ascacibar, der beim 3:1-Heimsieg gegen Dynamo Dresden das 2:0 erzielte. Bei dem kleinen, leidenschaftlichen Argentinier scheiden sich die Geister. Die einen schätzen seine Aggressivität, für die anderen ist es zu viel. Fakt ist, der 22-Jährige gehört wieder zum festen Bestandteil der Mannschaft von Trainer Tim Walter. Das war in dieser Saison nicht immer so.

Aufgrund von disziplinarischen Fehltritten wurde Ascacibar bereits aus dem Kader geworfen und stand kurz vor einem Wechsel, der sich aber in letzter Sekunde zerschlagen hatte. Nun kämpfte er sich wieder zurück in das Team. Geholt wurde der Mittelfeldspieler noch von Michael Reschke, der inzwischen beim FC Schalke angestellt ist. Der ehemalige Manager musste im Mai 2019 sein Amt räumen, nachdem er im August 2017 auf jener Position installiert wurde. Ascacibar war damals einer seiner ersten Transfers. Dem damals 20-Jährigen prophezeite Reschke eine große Zukunft.

Nachdem es im Sommer zu einem großen Schnitt bei den Schwaben kam, musste nicht nur Reschke gehen, sondern auch einige der von ihm verpflichteten Akteure. Einzelne Spieler sind jedoch übrig geblieben. Darunter auch Gonzalo Castro, den Walter als Allrounder einsetzt. Mal auf der Sechserposition, mal als Flügelspieler oder wie in den vergangenen Wochen auch als linken Verteidiger. Und auch den heutigen Kapitän der Mannschaft lotste Reschke an den Neckar. Seit Juli 2018 gehört Marc Oliver Kempf zum Kader der Stuttgarter und übernahm nach dem Abgang des jahrelangen Kapitäns Christian Gentner in dieser Spielzeit die Binde und mauserte sich inzwischen zu einem der Fanlieblinge.

Der 24-Jährige zeichnet sich durch seinen Kampf aus und beweist, dass er für die Rolle als Leader geeignet ist. Sein Verteidiger-Kollege Borna Sosa gehört ebenfalls zur Marke Reschke. Auch der Kroate liebäugelte – wie Ascacibar – in der Sommerpause mit einem Transfer, da er in der abgelaufenen Saison kaum zum Zug kam. Walter gab ihm jedoch eine neue Chance. Derzeit muss er jedoch aufgrund einer Gehirnerschütterung im Spiel gegen Wehen Wiesbaden pausieren. Genauso wie Daniel Didavi, der sich einen Muskel gerissen hat und dem VfB deshalb lange Zeit fehlen wird. Als Reschke den damaligen Wolfsburger nach Stuttgart zurückholte, benötigte der Zeit, um sich wieder einzufinden.

In der ersten Liga überzeugte er kaum und wurde scharf kritisiert. Im Unterhaus erkämpfte sich der Edeltechniker jedoch das Vertrauen der Fans zurück. In neun Partien erzielte er drei Treffer. Umso bitterer ist seine Verletzung. Das Vertrauen musste in dieser Saison auch die Reschke-Verpflichtung Nicolas Gonzalez zurückgewinnen. Der argentinische Angreifer kam in seiner ersten Spielzeit bei den Schwaben nicht in Fahrt.

Mittlerweile mauserte er sich aber zum Stammstürmer, zum argentinischen Nationalspieler und zum Toptorschützen der Schwaben mit vier Toren. Er sticht damit sogar den ehemaligen Nationalstürmer Mario Gomez aus, den Reschke im Januar 2018 zurück nach Stuttgart holte. Es ist also durchaus noch die Handschrift von Michael Reschke bei den Schwaben erkennbar. Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat haben den Kader um den Kern jedoch stark verändert und haben der Mannschaft somit ihre eigene Handschrift verliehen.