Der VfB Stuttgart sammelt gegen den 1. FC Köln die nächsten wichtigen Punkte im Kampf um den Klassenverbleib. Doch wohin geht die Reise des Aufsteigers nun?

 

 

In Stuttgart nährt sich allmählich die Hoffnung, dass man nicht bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt des VfB bangen muss. Nach zuletzt vier Siegen in Folge sprang das Team unter der Leitung des neuen Trainers Tayfun Korkut nun sogar auf den neunten Tabellenplatz und befindet sich in einer komfortablen Position – auf der es sich jedoch nicht auszuruhen gilt. Gegen den 1. FC Köln tat sich der VfB Stuttgart besonders in den ersten 45 Minuten schwer und geriet bereits nach wenigen Minuten in Rückstand. Doch wenige Momente vor der Halbzeit sorgte der Heimkehrer Mario Gomez mit einem Doppelpack für die etwas glückliche VfB-Führung. Dabei profitierte er auch von einem Patzer von Kölns Torhüter Timo Horn. Den dritten Treffer für die Stuttgarter erzielte Andreas Beck. Der zuletzt vor allem bei den Fans in die Kritik geratene Innenverteidiger überzeugte gegen das Tabellenschlusslicht (Endstand 3:2) und unterstrich mit seiner persönlichen Leistung den allgemeinen Aufschwung seiner Mannschaft.

Seit Korkut die Zügel am Neckar in der Hand hat, holte das Team bisher aus fünf Spielen 13 Zähler. Vor dem Amtsantritt des Trainers rangierten die Schwaben noch auf dem 14. Tabellenplatz. Damals hatte der Bundesligist lediglich drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und vier Punkte auf einen direkten Abstiegsplatz. Inzwischen ist der Abstand auf den 17. Rang (Hamburger SV) auf 15 Zähler angewachsen. Auf den Relegationsplatz (FSV Mainz) vergrößerten die Stuttgarter das Polster auf acht Zähler. Doch wohin geht die Reise des Aufsteigers nun? Sollte die Erfolgsserie von Korkut auch weiterhin halten, muss sich der VfB kaum mehr Gedanken über einen direkten Wiederabstieg machen. Durch den Zwischenspurt mit dem neuen Coach sind das Selbstvertrauen und die Euphorie in der Landeshauptstadt wieder groß. Diese neu gewonnene Energie soll nun auch gegen RB Leipzig in Zählbares umgesetzt werden.

Die Vergangenheit sollte jedoch Warnung genug sein. Die momentane Situation erinnert beispielsweise an die Abstiegssaison 2016. Damals übernahm Jürgen Kramny das Amt des glücklosen Alexander Zorniger als Trainer und startete mit einer fulminanten Erfolgsserie. Die Abstiegszone geriet in weite Ferne und man wiegte sich bereits in Sicherheit. Doch der Erfolg war nicht von Dauer – der Ausgang ist bekannt. Dieses Missgeschick soll dieses Mal verhindert werden. Bereits kurz nach der Vorstellung von Korkut als neuer VfB-Coach sagte Sportdirektor Michael Reschke, dass der Nichtabstieg mit dem Aufstieg gleichzusetzen sei. Wird dieses Ziel erreicht, würde laut Reschke die anschließende Saison aber einfacher werden und der Verein wolle sich dann nach und nach im deutschen Oberhaus etablieren. Der große Traum von Präsident Wolfgang Dietrich geht da sogar noch weiter: Sich in die Top 3 in der Bundesliga spielen. Dieses Ziel liegt jedoch in weiter Ferne, das wissen auch die Verantwortlichen. Jedoch ist der VfB Stuttgart auf einem guten Weg, den ersten wichtigen Schritt in die richtige Richtung zu machen.

 

Abstiegskampf

In der Abstiegssaison sammelte der VfB Stuttgart insgesamt 33 Punkte. Diese Marke hat der Aufsteiger mit dem Sieg gegen den 1. FC Köln nun bereits nach dem 25. Spieltag erreicht. Den 15. Rang erreichte damals die TSG Hoffenheim mit 37 Zählern. In die Relegation ging die Eintracht aus Frankfurt (36).