Es ist alles angerichtet für eine spannende Relegation für die Erste Bundesliga. Morgen (Donnerstag, 23. Mai) empfängt der VfB Stuttgart um 20.30 Uhr zum Relegations-Hinspiel Union Berlin in der Mercedes-Benz-Arena. Der VfB Stuttgart möchte den Klassenerhalt im Oberhaus klarmachen.

 

Die Hauptstädter schrammten am letzten Spieltag der Zweiten Bundesliga am direkten Aufstieg vorbei. Lediglich ein Tor fehlte dem Team von Trainer Urs Fischer für das Oberhaus – das 2:2 gegen den VfL Bochum reichte ihnen nicht. Doch des einen Leid ist des anderen Freude. Der SC Paderborn feierte unterdessen die Rückkehr in die Bundesliga. „Ich erwarte zwei hart umkämpfte Spiele gegen einen starken Gegner“, prophezeit der VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger: „Union Berlin hat eine sehr gute Saison in der zweiten Liga gespielt und mit sehr kompakten und disziplinierten Leistungen überzeugt.“

Insgesamt kamen die Köpe- nicker in der Runde auf 57 Zähler. Sie erzielten 54 Tore, demgegenüber stehen 33 Gegentreffer. „Es ist nicht einfach, gegen Union Tore zu erzielen“, mahnt Hitzlsperger. Die Mannschaft wolle gegen Union jedoch „an die Leistungen der vergangenen Bundesliga-Heimspiele anknüpfen, selbstbewusst auftreten und mit unseren Fans im Rücken am Donnerstag gut in die Relegation starten.“ Und tatsächlich können sich die Stuttgarter aufihre Fans verlassen. Der Ticketvorverkauf für das Hinspiel in der Mercedes- Benz-Arena startete am 14. Mai um 9 Uhr.

Etwa fünf Stunden danach verkündete der Club, dass bereits alle Karten vergriffen seien. Am morgigen Donnerstag können sich die Profis mit dem Brustring demnach auf ein volles Stadion und eine tolle Atmosphäre freuen. Beim Rückspiel an der Alten Försterei dürfen etwa 2000 Stuttgarter Fans teilnehmen. Mehr Tickets wird es für die Schwaben nicht geben. Das Stadion der Berliner fasst lediglich 22 000 Plätze und wird beim Rückspiel am 27. Mai zur Festung der Hauptstädter. Bisher standen sich die beiden Mannschaften erst zweimal gegenüber. In der Zweitliga-Saison der Schwaben erspielten sie gegen Union an der Alten Försterei ein 1:1. Beim Rückspiel am Wasen feierten die Stuttgarter einen 3:1-Sieg. Wenn man so will, spricht die Statistik also für den VfB. Aber auch in der jüngsten Vergangenheit tankten die Stuttgarter wieder Selbstvertrauen.

Mit einem Schlussspurt sicherten sie sich die Teilnahme an der Relegation. Unter Interimstrainer Nico Willig holte die Mannschaft in den letzten vier Saisonspielen zwei Siege und ein Unentschieden und stockte ihr Punktekonto auf 28 Zähler auf. Der Coach möchte, ehe er zu seiner eigentlichen Tätigkeit als U-19- Coach zurückkehren wird, den Nicht-Abstieg mit den VfB-Profis klarmachen. Das würde den 38-Jährigen in der Landeshauptstadt zum Helden machen. „Wir haben eine katastrophal schlechte Saison hinter uns“, reflektierte VfB-Präsident Wolfgang Dietrich bei „Sport im Dritten“, „doch Nico Willig hat der Mannschaft neues Leben eingehaucht.“ Der Trainer sei „ein außergewöhnlicher junger Mann. Das Team folgt im, hört auf ihn. Er wird seinen Weg gehen.“ Ob dieser Weg den VfB auch in der ersten Liga hält, wird sich am 27. Mai um etwa 22.20 Uhr zeigen. Den ersten wichtigen Schritt können die Schwaben aber bereits morgen machen. Es ist alles angerichtet.

 

Wie geht es weiter?

Alle Fußball-Fans können sich auf spannende Tage freuen. Die Relegation für die 1. Liga findet am 23. und 27. Mai statt. Die Spiele der Relegation für die 2. Liga werden jeweils einen Tag später ausgetragen. Außerdem steigt am 25. Mai das DFB-Pokalfinale zwischen Bayern München und RB Leipzig.