Fast alles wurde wegen des Coronavirus bereits abgesagt – Nachbarn und Freunde zeigen sich solidarisch – Soziale Kontakte reduzieren.

 

 

Corona bestimmt jetzt den Alltag für die Stuttgarterinnen und Stuttgarter und schreitet aggressiv voran. Beinahe stündlich gibt es Hiobsbotschaften, die Fallzahlen steigen drastisch an. Die Stadt Stuttgart hat zum Schutz der Bevölkerung fast alle Veranstaltungen in Kultur, Bildung, Sport und Freizeit sowie Versammlungen untersagt. Der Betrieb von Clubs, Bars und Tanzlokalen ist untersagt, Kinos, Museen, Volkshochschule, Fitnessstudios, Bäder sind geschlossen, das Vereins­leben ist eingestellt. Die Stuttgarter sollen zu Hause bleiben und ihre sozialen Kontakte einschränken. Besuche im Krankenhaus und im Pflegeheim sind verboten. Kinder­tagesstätten und Schulen sind bis nach den Oster­ferien geschlossen.

Am Montag wurden Schüler mit Hausaufgaben versorgt, Eltern müssen die Betreuung organisieren und als Hilfslehrer einspringen. „Wie soll ich das über­leben“, stöhnt so mancher. Der Autor dieser Zeilen erlebte ebenfalls sein Corona-Waterloo – und einen echten Freitag, den 13. Genau an diesem Tag nämlich wurden er und seine Familie aus ihrer Skiurlaub-Unterkunft in St. Anton in Tirol hinausgeworfen und fuhren nach Hause. Kaum dort angekommen, wurde Tirol zum Krisengebiet erklärt, was bedeutet: 14 Tage bitte nicht zur Arbeit kommen und in häuslicher Quarantäne von zu Hause aus arbeiten. Der 17-jährige Sohn in Ausbildung erfuhr: Berufsschule geschlossen, er freut sich jetzt auf Zocken am Computer mit den Freunden. Die 19-jährige Tochter erfuhr: Studienanfang bis Ende April verschoben – das bekommt sie hin.

Die Trainingszeiten im Sportverein, die Chorprobe samt geplantem Konzert an Ostern, das Fitnessstudio: allesamt komplett abgesagt. Jetzt schlägt die große Stunde der Mediatheken, Videoanrufe sind angesagt, die Firmen können ihre Homeoffice-Kompetenzen auf Vordermann bringen. Eine Welle der Solidarität kommt über die Familie: Nachbarn und Verwandte bieten sich spontan an, die Einkäufe zu übernehmen und vor die Tür zu stellen. Dann hustet der Sohn auch noch. Was tun? Die Experten meinen: Hausarzt kontaktieren und dann dessen Anweisungen befolgen.

Und Geduld bei den Anrufen haben. Auf keinen Fall selbstständig zu einen der Corona-Teststationen gehen, sondern sich mit dem Hausarzt absprechen. Prof. Stefan Ehehalt, der Leiter des Stuttgarter Gesundheitsamts, nimmt die Stuttgarter in die Pflicht. Wichtig sei, dass jetzt jeder Einzelne das ihm Mögliche beitrage, um Infektionsketten zu unterbrechen und die Verbreitung des Virus zu verlangsamen. Also: gelassen bleiben, keine Panikeinkäufe machen. „Supermärkte, Tankstellen und Apotheken bleiben geöffnet“, sagt Bundesgesundheitsminister Spahn. Durchhalten und gesund bleiben!

 

 

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