Gleich dreifach würdigt Stuttgart seinen ehemaligen OB Manfred Rommel: mit einer Sonderausstellung, einem Manfred-Rommel-Stipendium und dem neuen Manfred-Rommel-Platz.

 

Im Dezember kam es im Stadtpalais zu einer Trilogie: Das Museum eröffnete die Sonderausstellung „Manfred Rommel“, die Stadt verlieh das erste Manfred-Rommel-Stipendium, und der Manfred-Rommel-Platz wurde symbolisch getauft. Am 24. Dezember 2018 wäre der Stuttgarter Alt-OB 90 Jahre alt geworden. Diesen Geburtstag nimmt das Stadtpalais zum Anlass, dem früheren Oberbürgermeister eine biografische Sonderausstellung zu widmen.

Die Ausstellung zeigt mit Exponaten und Geschichten aus dem Hause Rommel die Facetten eines ganz besonderen Oberbürgermeisters. „Rommel war bekannt für seine Weltoffenheit, seine Integrationsleistung, seine Sparsamkeit und seine Lust am Humor. Sein Sprachwitz und seine Sprüche lassen uns noch heute lachen“, so OB Fritz Kuhn. Das zeige auch die Ausstellung im Stadtpalais. Manfred Rommel hat in der Landeshauptstadt, deren Geschicke er von 1974 bis 1996 leitete, über die Stadtgrenzen hinaus nachhaltige Spuren hinterlassen.

Für viele Bürger steht der beliebte CDUPolitiker auch heute für so aktuelle Werte wie Demokratie, Toleranz und Integration. In diesem Sinne hatte die Landeshauptstadt Stuttgart in diesem Jahr erstmals das mit bis zu 35 000 Euro dotierte Manfred-Rommel-Stipendium ausgeschrieben. Es richtet sich an junge Wissenschaftler aus allen Bereichen, deren Arbeiten von gesellschaftspolitischer Relevanz im Sinne Manfred Rommels sind. Erster Preisträger wurde Dr. Felix Heidenreich, Wissenschaftlicher Koordinator am Internationalen Zentrum für Kultur- und Technikforschung der Universität Stuttgart (IZKT).

Der dritte feierliche Akt zur Würdigung Rommels war die symbolische Taufe des Manfred-Rommel-Platzes. „Manfred Rommel hat als Oberbürgermeister das Bild von Stuttgart in Deutschland und der Welt positiv geprägt und entscheidende Weichen für die gedeihliche Entwicklung Stuttgarts gestellt. Nach der Benennung des Flughafens nach Manfred Rommel und der Einführung eines Stipendiums, das seinen Namen trägt, bin ich glücklich, dass wir seine Verdienste von nun an zusätzlich durch den Manfred-Rommel-Platz würdigen“, so Kulturbürgermeister Dr. Fabian Mayer.

Das Straßenschild kann voraussichtlich erst 2025 an seinen richtigen Platz gesetzt werden. Denn erst dann wird der jetzt noch nach Stuttgarts Partnerstadt Straßburg benannte Platz über dem neuen Hauptbahnhof fertig gestellt sein. „Manfred Rommel ist nicht nur in Stuttgart nach wie vor als ebenso gewiefter wie kluger Politiker bekannt. Für viele Menschen ist er der Stadtvater mit den markigen Sprüchen, der liberale Politiker mit großer Toleranz, aber auch der harten Grenzen“, sagte Dr. Torben Giese, Direktor des Stadtpalais. Ob Manfred Rommel der Abend zu seinen Ehren im Stadtpalais, bei dem auch seine Witwe Liselotte Rommel anwesend war, gefallen hätte? Er wurde jedenfalls bereits zu Lebzeiten geehrt und mit Auszeichnungen und Ehrendoktorwürden überschüttet. Dazu kommentierte der Politiker einst in seiner typisch trockenen Art: „Die Zahl der Titel will nicht enden. Am Grabstein stehet: Bitte wenden.“

 

Sonderausstellung „Manfred Rommel“

14.12.2018 – 12.05.2019, Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr, 2. OG, Stadtpalais – Museum für Stuttgart,
Eintritt Erwachsene: 6,50  Euro, ermäßigt: 4 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre: frei