Das Projekt „Wanderbaumallee“ hat mobile Bäume auf Rollbrettern in der Forststraße platziert. Nächste Stopps: Moserstraße, Alexanderstraße und der Stöckach.

 

 

Grün auf Zeit: So manche Straßen Stuttgarts von Asphalt gesäumt erleben in den nächsten Wochen ihr grünes Wunder. Insgesamt zehn mobile Bäume auf Rollbrettern werden sie zieren im Rahmen des Projekts Wanderbaumallee Stuttgart – aktuell ist die Forststraße auf Höhe der Bethelkirche im Stuttgarter Westen ein Hotspot mit einem „Mehr an Sauerstoff“ – dafür werden fünf bis sechs Parkplätze verwendet.

Inspiriert haben sich die Initiatoren von der Wanderbaumallee des GreenCity e.V., der ein ähnliches Konzept schon seit den frühen neunziger Jahren in München realisiert. Annika Wixler vom Team „Wanderbaumallee Stuttgart“ erklärt, was es mit dem Projekt auf sich hat: „Unser Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum zu verbessern. Dafür nutzen wir Bäume und Sitzgelegenheiten, um Grün in die Straßen zu bringen und Nachbarschaftstreffpunkte zu schaffen. Das Projekt soll außerdem als Plattform für lokale Initiativen dienen, die in diesem Rahmen Aktionstage veranstalten können. Uns ist es wichtig, das Gespräch darüber anzuregen, wie wir den öffentlichen Raum nutzen möchten und fairer verteilen können.“

Zum Thema Parkplätze sagt Annika Wixler: „Die offiziellen Statistiken der Stadt Stuttgart zeigen, dass in diesem Bezirk (Stuttgart-West) nur jeder dritte Einwohner ein Auto gemeldet hat. Trotzdem ist die überwiegende Fläche des öffentlichen Raumes privaten Fahrzeugen vorbehalten. Wir verwandeln je Station fünf bis sechs Parkplätze und stellen sie allen zur Verfügung – auch den Autofahrern. Vereinzelt hören wir Beschwerden, dass der Parkdruck zu hoch sei, das sind aber Einzelfälle. Im direkten Gespräch ließen sich auch Skeptiker schon überzeugen und wünschten uns bei der Verabschiedung schließlich viel Erfolg. Das Feedback insgesamt ist überwältigend positiv.“

Was bisher auf diesen grünen Baum-Inseln ausgerichtet wurde? Die einen würden einen „lauschigen Sommerabend“ dort verbingen mit Oliven, Datteln im Speck oder frischer Melone, andere wiederum trafen sich auf ein Gespräch. Und welche Bäume werden nun für die Wanderbaumallee genutzt? Kornelkirsche, Maulbeere, Zierapfel, Steppenkirsche , Silberlinde, Kugelahorn und Robinie.

„Die Auswahl der Bäume – insgesamt sind es zehn Stück – und Pflanzen haben wir sehr sorgfältig getroffen. Wir haben bei der Auswahl Wert gelegt auf Bäume, die Insekten, insbesondere Bienen, Hummeln, Schmetterlingen aber auch zahllosen anderen Insekten und Vögeln als Nahrung dienen“, sagt Annika Wixler. „Wo möglich haben wir uns für europäische Gehölze entschieden. Sie sind angepasst an die heimische Tierwelt und somit sicherer Nahrungslieferant das ganze Jahr hindurch.“ Und: Fast alles, was in den Hochbeeten wachse, sei essbar – hier können sich die Nachbarn an Salbei, Rosmarin und verschiedenen Wildkräutern bedienen, erklärt sie weiter.

Übrigens: Ein ähnliches Projekt, dass sich zum Ziel gesetzt hatte, den Parkraum zum Stadtraum erklären, waren die umstrittenen Bretterkonstruktionen „Parklets für Stuttgart“. Diese Kunstinstallationen wurden im Rahmen eines Projekts der Universität Stuttgart errichtet.

 

 

Was, wann, wo?

Die Wanderbaumallee macht vom 29. Juni bis 20. Juli Halt in der Moserstraße, danach geht es an den Österreichischen Platz bis zum 17. August. Von dort aus geht es in die Alexanderstraße bis 6. September. Und im Anschluss wird die Wanderbaumallee zum Stöckach in Stuttgart-Ost wandern. Hier wird sie dann bis Ende September in der Stöckachstraße zwischen Rieckestraße und Metzstraße die Anwohner und Passanten zum Verweilen einladen. Der lokale Partner vor Ort ist das Frauenunternehmen ZORA. Alle Infos zum Projekt: www.wanderbaumallee-stuttgart.de, Facebook: www.facebook.com/wanderbaumallee.stuttgart/