Gemeinsam rätseln,  in Kindheitserinnerungen schwelgen und „a bissle schwätzen“– dazu lädt das Mundart-Spiel  „Schwäbischer Wortsalat“ ein, das sich die Stuttgarterin Annik Aicher ausgedacht hat.

 

 

28 Mundartwörter purzeln in einer bunten Schüssel durcheinander. Der Wortsalat ist angerichtet. Die Zutaten: Schwäbische Wortschmankerl vom Feinsten – vom „Glufamichl“ bis zum „Gsälz“. Ziel des Spiels: Die schwäbischen Bonmots ihren hochdeutschen Bedeutungen zuzuordnen. Dann wird der „Glufamichl“ zum Geizhals und die „Gugg“ zur Tasche. „Die Menschen sollen ins Gespräch kommen“, sagt Wortsalat-Erfinderin Annik Aicher.

„Ur-Schwaben können es genauso gut unter sich spielen wie gemeinsam mit Nicht-Schwaben.“ Aicher ist gebürtige Stuttgarterin und Literaturwissenschaftlerin. Nach Stationen in Frankfurt am Main und England kehrte sie wieder ins Schwabenland zurück. „Plötzlich war der warme, schwäbische Dialekt wieder präsent.“ In dieser Zeit kam ihr die Idee, ein Mundart-Spiel zu entwickeln. Viele Jahre lag ein Prototyp in ihrer Schublade.

„Immer, wenn ich das Spiel irgendwo mitbrachte, kam es überraschend gut an.“ Selbst Leute, die vorher meinten: „Schwäbisch? Kann ich gar nicht!“ hätten auf einmal über Dialekte, Wörter und Erinnerungen an früher gesprochen. Natürlich treffe das Spiel vor allem bei Ur--Schwaben, die einfach „a bissle Schwäbisch schwätzen“ wollten, voll ins Schwarze. „Es ist aber auch lustig, das Spiel mit Zugezogenen – oder wie der Schwabe sagt: ‚Neigschmeggden’ – zusammen zu spielen.“ So erfahre man nebenbei auch etwas über andere Dialekte.

„Schwäbisch landet bei Umfragen zur Beliebtheit der Dialekte regelmäßig auf den hinteren Plätzen und wird häufig belächelt. Wir zeigen, dass Schwäbisch durchaus sympathisch sein kann“, so Aicher. Als sie vor rund einem Jahr auf den Österreicher Christoph Soukup traf, wurde auch er zum Wortsalat-Fan. „Ich hatte das Spiel in sein Café, das er damals noch betrieben hat, mitgebracht“, so Aicher.

Wahlschwabe Soukup schlug vor, das Spiel zusammen unter die Leute zu bringen – und wurde Teil des Teams. Schließlich holten sie noch die Stuttgarter Illustratorin Franziska Viviane Zobel mit ins Boot – die dem Spiel ein ansprechendes Design verpasste: Kärtchen in Salatblatt-Optik, die man auf einem Teller zusammenpuzzelt. „Bei der Umsetzung des Spiels war uns die Nachhaltigkeit besonders wichtig – das Produkt sollte vor allem fair, regional und umweltfreundlich sein“, erklärt Soukup.

Mit dem Druckhaus Stil aus Stuttgart haben sie einen regionalen Partner gefunden.“ Die Verpackung besteht aus Recycling-Material, die Projekt-Flyer aus Graspapier. Um den schwäbischen Wortsalat servierfertig zu machen – sprich: das Produkt bei der Druckerei in Auftrag zu geben- , brauchen die drei Macher finanzielle Unterstützung: Unter www.startnext.com/schwaebischer-wortsalat haben sie eine Spendenkampagne gestartet.

Wer Geld spendet, bekommt im Gegenzug ein Geschenk – je nach Höhe des Spendenbetrags. Mittlerweile hat das Team um Annik Aicher ein ganzes Wortsalat-Imperium geschaffen: Auf der Homepage gibt es alles rund um das Projekt zu lesen. Außerdem laden „Hörsalätle“-Podcasts dazu ein, schwäbischen Stimmen zu lauschen. „Wir werden die Seite noch weiter ausbauen – man darf sich unter anderem auf noch mehr Podcasts über schwäbische Orte und Geschichten freuen“, kündigt Aicher an. In Zukunft hoffen sie beim Vertrieb des Spiels auf die Unterstützung durch regionale Museen und Kultureinrichtungen.

 

 

Das Projekt unterstützen

Alles rund ums Projekt: www.schwaebischer-wortsalat.de.

Den Schwäbischen Wortsalat unterstützen:
Link zur Crowdfunding-Kampagne:  www.startnext.com/schwaebischer-wortsalat
Die Spendenkampagne startet am Freitag, 27. September, und läuft einen Monat lang bis zum 27. Oktober. Wer gespendet hat, erhält als Dankeschön ein Geschenk. Schon für eine Spende von 7,50 Euro erhält man ein schönes Postkartenset, illustriert von Franziska Viviane Zobel. Für eine Spende von 33 Euro bekommt man das handsignierte Wortsalat-Spiel.