Wie stehen die Stuttgarter eigentlich zu ihren Hallen- und Freibädern? Im Durchschnitt besucht ein Stuttgarter 3,8-mal pro Jahr ein städtisches Bad. Bei vielen ist Hopfen und Malz verloren: 28 Prozent möchten gar nicht schwimmen gehen.

 

 

Das neue Bäderkonzept der Stadt Stuttgart sieht vor, die Öffnungszeiten für die normalen Stuttgarter Badbesucher extrem zu reduzieren. Aber wie stehen die Stuttgarter eigentlich zu ihren Hallen- und Freibädern? Die Ergebnisse der Bürgerumfrage von 2017 bringen es im Februar-Monatsheft des Statistischen Amts der Stadt Stuttgart an den Tag. Hier hat Jochen Gieck die Ergebnisse zusammengetragen. Den Stuttgartern stehen momentan neun Hallenbäder, acht Freibäder sowie zwei Thermalbäder zur Auswahl. 14 der aktuell 19 für Publikum geöffneten Bäder sind in städtischer Hand. Mit rund 2,3 Millionen Besuchern im Jahr 2017 sind die Stuttgarter Bäderbetriebe insgesamt gesehen nach den Museen der größte Anbieter von Freizeitangeboten in Stuttgart. Die Schwimmbadbesuche von Kindern und Jugendlichen im Rahmen des Unterrichts wurden nicht berücksichtigt.

Umgerechnet auf die Einwohnerzahl besucht jeder Einwohner Stuttgarts durchschnittlich 3,8 Mal im Jahr ein städtisches Bad, im deutschen Vergleich überdurchschnittlich viel. Als besucherstärkstes Bad in Stuttgart konnte das Leuze im Jahr 2017 rund 680 000 Besucher verzeichnen. Insgesamt können rund 16 Prozent der Befragten als Stammbesucher bezeichnet werden, die mindestens einmal im Monat ein Bad besuchen. 63 Prozent der Befragten sind Gelegenheitsbesucher. Rund ein Fünftel der Befragten geht nie in ein Stuttgarter Schwimmbad, egal ob Männlein oder Weiblein. 37 Prozent der über 65-Jährigen gehen überhaupt nicht ins Schwimmbad, dagegen sind 8 Prozent der Senioren absolute Stammbesucher.

Leuze auf Platz 1

Und was sind die Lieblingsbäder der Stuttgarter? Mit weitem Abstand auf Platz 1 landete das Leuze (32 Prozent) vor dem Mineralbad Cannstatt (13 Prozent) und dem Hallenbad Heslach (7 Prozent) Auf den weiteren Plätzen sind insgesamt nur geringe Unterschiede festzustellen, so liegen alle Bäder von Platz 4 bis 10 auf einem ähnlichen Niveau. Erstaunlicherweise nennen trotz aktueller Schließung wegen Sanierungsarbeiten immer noch 5 Prozent der Befragten das Mineral-Bad Berg. Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Die Schwimmbadbesucher kommen überwiegend aus dem direkten Umfeld des Schwimmbades. Dies trifft mit Ausnahme der beiden Mineralbäder, welche auch eine überregionale Bedeutung haben, ebenfalls auf die anderen Stuttgarter Bäder zu. „Eine wohnortnahe Versorgung mit Schwimmbädern erscheint sinnvoll und wichtig“, findet Jochen Gieck.

Und welche Gründe nennen die Stuttgarter, warum sie nie ein Schwimmbad besuchen? 28 Prozent der Befragten gaben schlichtweg an, nicht gerne zu schwimmen. Jeder fünfte empfindet die anderen Badegäste als unangenehm. Auf dem dritten Platz folgt das Thema Sauberkeit (14 Prozent), knapp vor den Öffnungszeiten und den schlechten Parkmöglichkeiten (jeweils 13 Prozent) sowie der Unkenntnis („ich kenne die Bäder nicht“, 12 Prozent) und einem Desinteresse gegenüber den Bädern allgemein (11 Prozent). Etwa jeder zehnte Befragte stört sich an zu kalten Wassertemperaturen beziehungsweise dem schlechten baulichen Zustand der Schwimmbäder und den Eintrittspreisen. Auf das Thema Sauberkeit reagieren Frauen (17 Prozent) deutlich sensibler als Männer (11 Prozent).

Viele schwimmen nicht gerne

Naturgemäß sind die Stammbesucher den Stuttgarter Bädern gegenüber etwas kritischer eingestellt als Gelegenheits- und Nichtbesucher. Bei den Stammbesuchern sind die Öffnungszeiten der meistgenannte Grund, warum sie nicht noch öfters schwimmen gehen. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten gehen selten oder nie in ein Schwimmbad. Als wichtiger Grund für den Nicht-Besuch wurde häufig „ich schwimme nicht gerne“ genannt. Diese nicht schwimmaffine Gruppe für einen Schwimmbadbesuch zu motivieren ist so gut wie unmöglich. Doch auch die Unkenntnis über das Angebot an Schwimmbädern in Stuttgart spielt bei dieser Gruppe eine Rolle. Denn ein knappes Viertel der Nichtbesucher kennt die Stuttgarter Bäder überhaupt nicht.

 

 

Schwimmbäder

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