Seit Juni dieses Jahres sind sie zugelassen: E-Scooter. Auch in der Stuttgarter Innenstadt sind immer mehr Menschen auf den elektrischen Rollern unterwegs. In Stuttgart werden jedoch des Öfteren Regelungen mißachtet.

 

 

In der Stuttgarter Innenstadt sind sie immer häufiger zu sehen: E-Scooter. „Drei Monate nach Einführung werden fast ausschließlich Roller von Sharing-Anbietern genutzt, private Geräte kommen derzeit noch wenig zum Einsatz“, erklärt Holger Bach, Abteilungsleiter Verkehr und Umwelt beim ADAC Württemberg. Wie das Verleihmodell funktioniert: Die E-Tretroller dürfen überall abgestellt werden – auf dem Gehsteig, vor dem Laden, vor der Haustür. Aber nicht an solchen Stellen, an denen andere Verkehrsteilnehmer behindert werden.

Eine App auf dem Smartphone zeigt die E-Roller in der Nähe an, entsperrt werden sie ebenfalls über dieses. Mit dem Start wird eine Startgebühr von einem Euro abgezogen, je nach Anbieter variiert der Preis pro angefangener Minute zwischen 0,15 und 0,24 Euro. Für eine halbe Stunde Fahrspaß werden dann schnell mal 7,20 Euro fällig. Wer die E-Scooter nutzt: „Vor allem Touristen, aber auch Menschen, die die Fahrzeuge einfach mal ausprobieren möchten. Teils werden auch Fahrten unternommen, die von Arbeitgebern finanziert werden. Privatnutzer sind bisher weniger auf den Straßen unterwegs“, sagt Ralf Maier-Geißer, der bei der Stadtverwaltung für nachhaltige Mobilität zuständig ist.

Er verweist zudem darauf, dass die Menschen mit den E-Scootern Fußwege ersetzen und nicht Autofahrten. Dass E-Scooter in Stuttgart im Vergleich zu anderen Großstädten noch verhältnismäßig wenig genutzt werden, hat der ADAC im Rahmen einer Feldbeobachtung festgestellt. Insgesamt 244 E-Tretroller erfasste der Club im Testzeitraum im Sommer 2019. Der Club zählte unter anderem am Hauptbahnhof, an touristischen Hotspots, der Universität sowie der Fußgängerzone in der City.

„Die E-Scooter wurden an verschiedenen Tagen und zu verschiedenen Uhrzeiten (morgens, mittags, früher Abend) gezählt. Das Ergebnis: morgens im Berufsverkehr seien wenig Nutzer zu sehen. Und je später der Abend, desto mehr“, so Bach. Aber: Die Zahl der Regelverstöße ist in Stuttgart prozentual gesehen am höchsten gewesen. Zum Beispiel das Fahren in der Fußgängerzone, entgegen der erlaubten Richtung oder unter Alkoholeinfluss sowie das „wilde Abstellen“ der Fahrzeuge – letzterer Punkt sei aber lange nicht so häufig eingetreten, wie man vielleicht erwarten würde. „Die Leute denken hier schon mit und stellen die E-Scooter an den Rand oder zum Fahrradständer“, sagt Bach.

In Frage gestellt werde vom ADAC, wie nachhaltig diese neuartigen Fortbewegungsmittel sind: „E-Scooter sind im Vergleich zum Pkw zwar eine nachhaltigere Mobilitätsoption, aber bei weitem nicht so umweltfreundlich wie das Fahrrad“, so Bach. Bedenklich sei zudem, dass das Tragen eines Helms nicht vorgeschrieben sei – es werde daher eine erhöhte Unfallgefahr erwartet. Und wie sieht die Zukunft aus? Maier-Geißer sagt hierzu, dass die Chance, dass sich die E-Tretroller langfristig als Fortbewegungsmittel durchsetzen und nachhaltig erhalten bleiben, groß ist. Der Meinung ist auch Bach, der die Geräte unter vielen Weihnachtsbäumen bereits vor Augen hat.

 

 

E-Scooter

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