Für die Schwaben vom VfB Stuttgart läuft die Saison bisher zufriedenstellend. Doch das Verletzungspech macht dem Absteiger sehr zu schaffen.

 

 

Sieben Minuten waren am vergangenen Freitagabend zwischen dem VfB Stuttgart und dem SV Wehen Wiesbaden gespielt, da humpelte Daniel Didavi bereits zu seiner Auswechslung in die Katakomben der Mercedes-Benz-Arena. Nicht nur die 1:2-Niederlage gegen den Tabellenletzten der Liga ließ die Laune der Schwaben eintrüben. Nachdem man bei Didavi lediglich von einem Muskelfaserriss ausging, kam es noch dicker.

Der Mittelfeldspieler zog sich einen Muskelbündelriss in der rechten Wade zu und steht seinem Trainer Tim Walter acht Wochen nicht zur Verfügung. Und als würde das nicht reichen, erwischte es in der zweiten Halbzeit auch noch Didavis Teamkollege Borna Sosa. Nachdem der Kroate bei einem Zweikampf von der Schulter seines Gegenspielers im Gesicht erwischt wurde, lag er regungslos auf dem Rasen. Auch für ihn steht nun eine längere Pause an.

Sosa wurde einen Tag nach der Partie zwar wieder aus dem Krankenhaus entlassen, die Diagnose lautete jedoch schwere Gehirnerschütterung. Einziger Hoffnungsschimmer: Der Außenverteidiger zog sich keine Brüche zu. „Als ich das Foul gesehen habe, war ich froh, dass es nur eine Gehirnerschütterung ist“, wird Walter in den Stuttgarter Nachrichten zitiert. Mit Verletzungspech kennt sich der Coach inzwischen jedoch gut aus. In dieser Saison erwischte es bereits mehrfach einen seiner Spieler.

Erst beim vorangegangenen Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth verletzten sich drei seiner Spieler. Torhüter Gregor Kobel, Mittelfeldspieler Gonzalo Castro sowie Stürmer Nicolas Gonzalez mussten während des Spiels aufgrund von Verletzungen ausgewechselt werden. Zwar stehen Walter Kobel und Castro wieder zur Verfügung, Gonzalez hingegen stand in den vergangenen zwei Partien nicht mehr auf dem Rasen. Und auch Philipp Klement plagen Sprunggelenkpro­bleme. Seine Zwangspause hat offenbar aber bald ein Ende.

Zu den Kurzzeitausfällen gesellen sich mittlerweile aber auch einige Langzeitausfälle. Sowohl Innenverteidiger Marcin Kaminski als auch Stürmer-Neuzugang Sasa Kalajdic fallen mit einem Kreuzbandriss lange aus. Für Kalajdic hätte der Start am Neckar nicht tragischer ausfallen können. Bereits nach zwei Wochen bei den Schwaben erlitt der 22-Jährige in einem Testspiel gegen den SC Freiburg die schwere Knieverletzung. Gegenspieler Nico Schlotterbeck fiel bei einem Zweikampf auf das Bein des Österreichers. Und bereits am ersten Spieltag erwischte es dann auch Kaminski.

Beim Saisonstart gegen Hannover 96 riss auch bei dem Polen das Kreuzband. So hatte er sich nach der Leihe nach Düsseldorf die Rückkehr in die Landeshauptstadt sicherlich nicht vorgestellt. Vor wenigen Wochen gesellte sich unglücklicherweise auch noch der Jugendspieler Luca Mack dazu. Der 19-Jährige zog sich im Oberligaspiel gegen den 1. Göppinger SV einen Bruch des Außenknöchels zu und fehlt dem VfB nun ebenfalls lange.

„Das ist eine sehr bittere Nachricht. Luca hat seit dem Beginn der Vorbereitung einen sehr guten Eindruck hinterlassen und gezeigt, welches Potenzial er hat“, erklärte Sven Mislintat nach der bitteren Diagnose. Für die Stuttgarter kommt die Länderspielpause daher ganz recht. So kann der Tabellenzweite seine Wunden lecken und sich für die kommenden Herausforderungen neu aufstellen und auf die Ausfälle reagieren.

 

 

Gegen Kiel

Nach der Länderspielpause wartet auf den VfB-Trainer Tim Walter ein besonderes Duell. Die Stuttgarter empfangen Holstein Kiel, die alte Wirkungsstätte des 43-Jährigen. Für die Störche stand Walter von 2018 bis 2019 an der Seitenlinie.