Straßen, Klassenzimmer, Sicherheit – Steuergelder werden eingesetzt, um dem Gemeinwohl zu dienen – doch es gibt auch Fälle, in denen diese in den Sand gesetzt werden.

 

 

Im Fünf-Minuten-Takt fahren sie täglich zwischen 6 und 20.30 Uhr: die Schnellbusse der Linie X1, die von der Innenstadt über die B 14 in Richtung Wilhelmsplatz in Bad Cannstatt fahren. Das Motto „Der Schnellste seiner Art“. Eingeführt wurde die Buslinie vor gut einem Jahr von der Stuttgarter Straßenbahnen AG, um den öffentlichen Personennahverkehr attraktiver zu machen.

Mehr Menschen sollen hierdurch dazu bewegt werden, ihr Auto stehen lassen oder ganz darauf verzichten. Schon mehrfach wurde der X1, der mit seinem Gepardmuster die Blicke auf sich zieht, kritisiert – unter anderem, dass nur wenig Fahrgäste ihn nutzen würden, aber auch der enge Takt.

Die extra eingerichtete Busspur im Bereich der hoch frquentierten Neckartor/Cannstatter Straße wurde zudem nicht von allen begrüßt. Der X1 geriet jetzt auch ins Visier des Bund der Steuerzahler (BdSt) – und landete im so genannten Schwarzen Buch, das alle Fälle der öffentlichen Steuerverschwendung enthält. Bei 170 Verbindungen des X 1 pro Tag kommt man selbst bei der am stärksten frequentierten Passage zwischen Bad Cannstatt und der Stuttgarter Innenstadt nur auf einen Durchschnitt von rund sieben Fahrgästen je Busfahrt.

Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf rund 2,7 Millionen Euro. Mindestens bis Mitte Dezember 2020 soll die Schnellbuslinie X 1 betrieben werden. Eine Änderung des Fahrplantaktes ist laut SSB aktuell nicht vorgesehen. Fazit des BdSt: Kosten und Nutzen stünden in keiner „vernünftigen Relation“ zueinander, da in rund zwei Jahren um die acht Millionen Euro ausgegeben wurden, um quasi leere Busse zu finanzieren.

 

 

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