Die Stuttgarts next Top-Nachbarn stehen fest: Es sind Gerda und Helmut Wais aus Stuttgart-Lederberg. Das fanden am Ende nicht nur alle Nachbarn der Familie Wais, sondern auch die Jury. Belohnt wurden die Top-Nachbarn mit Geldpreisen und einer Führung im Stuttgarter Pressehaus.

 

 

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Fast 100 Einsendungen zählte die Redaktion des Stuttgarter Wochenblatts, darunter unzählige Beispiele für ausgezeichnete Nachbarschaften in Stuttgart und Umgebung. Die Nachbarn von Helmut und Gerda Wais aus Lederberg hatten sich  zusammengetan und liebevoll bebildert zusammengetragen, warum das Ehepaar die Top-Nachbarn sind. Wenn der Rasen nebenan gemäht werden sollte, wird kurzerhand selbst Hand an­gelegt. Ersatz-Oma und Ersatz-Opa, Abschleppdienst, Retter in allen Lebenslagen, gemeinsame Feste und sogar Urlaubsreisen – alles das und noch mehr ist in Lederberg, wo das Ehepaar Wais und die Nachbarn wohnen, ganz normal.

„Wir wissen gar nicht, was ein Baumarkt ist, Helmut hat ja alle nötigen Werkzeuge“, sagt Nachbar Achim Dittler schmunzelnd. „So ganz uneigennützig machen wir das ja nicht, schließlich werden wir auch einmal alt und hoffen dann selbst auf Hilfe“, sagt Gerda Wais bei der Preisverleihung im Pressehaus, zu der auch alle Nachbarn mitgekommen waren. Belohnt wurde der Sieg mit jeweils 250 Euro für die Top-Nachbarn und die vorschlagenden Nachbarn. „Ich bin sicher, sie wissen etwas mit dem Geld anzufangen“, sagte Reimund Abel, Redaktionsleiter des Stuttgarter Wochenblatts, bei der Preisvergabe. „Es reicht sicher für ein schönes Nachbarschaftsfest oder einen gemeinsamen Ausflug.“

Den zweiten Platz sicherte sich die Nachbarschaft um Heidi Alfonso in Stuttgart- Fasanenhof. Dort, im Laubeweg, hilft man sich gegenseitig. Paul und Evelyn Dichgans, Serkan und Sonne Firinci, Radmilo und Bojana Markovic repräsentieren eine kunterbunte, charmante Multikulti-Nachbarschaft: österreichisch-spanisch, italienisch-deutsch, serbisch und türkisch-thailändisch – alles vertreten.

„Wir sind eine große Familie und diesen Menschen verdanken wir unser großes Glück, ich habe gar keine Angst mehr vor dem Alter“, strahlte Heidi Alfonso. Zum Geburtstag wird sie mit einer großen Limousine abgeholt, einer der Nachbarn fährt sie zum Flughafen. Manchmal sogar nach München! „Bojana versorgt uns alle mit köstlichem Essen, Sonne hält uns mit Massage und Ohrenkerzen fit. Im Sommer sitzen wir gemeinsam bei Paul und Evelin in der Gartenlaube und grillen, im Krankheitsfall helfen wir     uns gegenseitig“, berichtete Heidi Alfonso. Im Laubeweg funktioniert die Nachbarschaft noch. Belohnt wurde die Nachbar-Gemeinschaft mit insgesamt 300 Euro.

Auf dem dritten Platz (insgesamt 200 Euro) landete Gerlinde Richter aus der Bronnäckerstraße im Stuttgarter Osten. Vorgeschlagen hat sie ihre Nachbarin Barbara Denjean. „Gerlinde Richter wacht mit Argusaugen über die Häuser, wenn alle Familien verreist sind, übernimmt klaglos die Blumenpflege oder das Leeren der Briefkästen, und sie schaut aus ihrem Fenster im vierten Stock nach dem Rechten.“ Das sei den Nachbarn mehrfach zugutegekommen. Einmal habe sie auf diese Weise einen Fahrraddieb vertreiben können. „Und nach einem Starkregen leerte sie zusammen mit ihrer Tochter unseren überfluteten Keller, weil wir im Urlaub waren“, erzählt Barbara Denjean.

Es gäbe noch unzählige weitere preiswürdige Nachbarschaften vorzustellen. In einer Serie wird dies im Stuttgarter Wochenblatt geschehen, jede Bewerbung ist es wert, beschrieben zu werden, so das Jury-Urteil.

„Die Vielzahl der Einsendungen beweist, dass wir mit dem Nachbarschaftsthema den Nerv der Leserinnen und Leser des Stuttgarter Wochenblatts getroffen haben. Es dokumentiert auch die ausgeprägte Leser-Blatt-Bindung“, sagt Bernhard H. Reese, Geschäftsführer des Stuttgarter Wochenblatts.

„Seien Sie versichert: Auch wer es nicht aufs Treppchen schaffte, hat alles richtig gemacht. Mit Ihren Einsendungen haben Sie bewiesen, dass Zusammenhalt, Freundschaft, Nachbarschaft, Anteilnahme und Hilfsbereitschaft für Sie keine leeren Worte sind“, tröstete Redaktionsleiter Abel alle Teilnehmer, die beim Wettbewerb leer ausgegangen sind.

Fast alle Wettbewerbsteilnehmer folgten der Einladung des Stuttgarter Wochenblatts zur Preisverleihung und genossen eine interessante Führung durchs Pressehaus inklusive Besichtigung der beeindruckenden Rotation, an der knapp 350 000 Stuttgarter Wochenblätter Woche für Woche gedruckt werden.