Senioren als Opfer von Straftaten: Beamten des Referats Prävention klären auf und warnen vor aktueller Bedrohung durch falsche Polizeibeamte.

 

 

Das Telefon läutet, auf dem Display leuchtet die Nummer 110 auf. Klarer Fall, die Polizei ruft an. Jemand gibt sich als Polizeibeamter aus und erklärt rhetorisch überzeugend, dass es sicherer sei Wertgegenstände, Schmuck oder Vermögen bei der Polizei zu deponieren statt zu Hause.

Anstatt dass etwas geklaut werden könnte und Einbrecher das Haus ausräumen. Klingt sinnvoll und überzeugend? In Stuttgart mehren sich aktuell die Fälle, bei denen ältere Senioren von Trickbetrügern um ihr Vermögen gebracht werden. Deswegen warnen Beamten des Referats Prävention die Bevölkerung.

Polizeihauptkommissar Michael Lippert weiß: „In den vergangenen Wochen wurden über 100 Fälle angezeigt, die Vorfälle in Stuttgart häufen sich also extrem. Jedes Mal hat sich jemand als Amtsperson ausgegeben und dabei am Telefon die Person mit haarsträubenden Fällen so unter Druck gesetzt, dass diese davon überzeugt wurde, dass ihre Wohnung nicht mehr sicher sei und sie ihr Hab und Gut in polizeiliches Gewahrsam geben sollten. Und zwar durch Übergabe an einen Mittelsmann, der sich als falscher Polizist ausgibt. Die Anrufer rufen spät abends oder früh morgens an und überrumpeln ihren Gesprächspartner am Telefon. Das sind keine Laien, die Betrüger sind psychologisch und rhetorisch geschult.“

Die Betrüger rufen von Callcentern aus dem Ausland an, sind daher strafrechtlich nur schwer zu verfolgen.

 

 

Tipps

Polizeikommissar Michael Lippert rät: Die Polizei ruft niemals mit der Telefonnummer 110 an. Wer solch einen Anruf unter dieser Telefonnummer bekommt, sollte sofort misstrauisch werden. Am besten das Gespräch unterbrechen, sich vertrauensvoll an ein Familienmitglied oder einen Freund wenden und von dem Gespräch berichten. Und bei der Polizei nachfragen und bestenfalls sofort eine Anzeige erstatten.