In Stuttgart gibt es entlang der vier Neckar-Staustufen nur eine Fischaufstiegsanlage: am Inselkraftwerk. Diese ist jedoch in mangelhaftem Zustand.

 

 

Ob der Reiher, der seinen Stammplatz am Inselkraftwerk hat und vielen Untertürkheimern bekannt ist, tatsächlich lebendige Fische aus dem Wasser fischen kann, oder nur „Fischreste“, die den Turbinen des Kraftwerks zum Opfer fallen, ist unbekannt. Was definitiv bekannt ist, dass der Bund beim Bau von sogenannten Fischaufstiegsanlagen oder Fischpässen am Neckar mehr als hinterherhinkt. Und das obwohl bereits am 1. März 2010 die Bundesrepublik Deutschland das Wasserhaushaltsgesetz verabschiedete, um bundesweit die Durchgängigkeit an Flüssen trotz Staustufen wieder herzustellen. „In der Zukunft sollen alle Stauanlagen im Neckar und damit auch die im Stadtgebiet Stuttgart durchgängig werden“, sagt auch Walter Braun, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Neckar.

 

Damit steht man jedoch vor einer Mammutaufgabe. Denn der Neckar hat auf seinen gut 200 Kilometern zwischen Plochingen und Mannheim 27 Staustufen und nicht einmal an der Hälfte der Barrieren sind Fischpässe vorhanden. Für Stuttgart gibt’s es noch keine Planungsansätze, entsprechend auch keinen konkreten Zeitplan. Die Bauten sind nicht gerade günstig. „Die heutigen Fischaufstiegsanlagen sind komplexe Ingenieurbauwerke, die bei den vier Staustufen Hofen bis Obertürkheim wohl jeweils mit rund 15 Millionen Euro Baukosten anzusetzen sein werden“, sagt Braun. Denn obwohl es in Untertürkheim eine Anlage gibt, müsse man hier eigentlich auch ran. Die aktuelle ist nur eine kleine Fischaufstiegsanlage. Neue Anlagen, haben weit größere Dimensionen. Das langsame Vorgehen ärgert Hans- Herrmann Schock, Vorsitzender des Württembergischen Anglervereins. „Es findet keine Weiterentwicklung der Genetik statt, die die Natur vorwärtsbringen würde.“

 

Zu den häufigsten Fischarten im Neckar gehören: Aal, Bachforelle, Barbe, Groppe, Bach-, Fluss- und Meer-Neunauge, Nase.