Ob Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus hierzulande eine dramatische Dimension annehmen, ist ungewiss. Behörden und Ärzteschaft auf den Fildern sind vorbereitet.

 

 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nach der rasanten Zunahme von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in China eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen. Baden-Württemberg ist auf einen Ernstfall vorbereitet, von dem man hier allerdings (noch) nicht sprechen will. Im Flughafen Stuttgart ist jedenfalls bereits ein mehrsprachiges Poster angebracht, das ausführlich auf die Infektionsgefahr eingeht. Das Landesgesundheitsamt (LGA) beim Regierungspräsidium in Vaihingen wirkt wie bei anderen Infektionen mit den Gesundheitsämtern in Städten und Landkreisen zusammen. Die Gesundheitsbehörden seien darauf in Baden- Württemberg gut eingespielt, versichert die Landesregierung. Das nationale und weltweite Geschehen werde aufmerksam beobachtet.

Sollte hier ein bestätigter Fall auftreten, übernimmt das Kompetenzzentrum im LGA die zentrale Koordination im Land und unterstützt die Gesundheitsämter vor Ort als Task Force. Damit sind in Vaihingen wesentliche Aufgaben der biologischen Gefahrenabwehr zusammengefasst. Beim Landesgesundheitsamt gibt es auch einen Bereitschaftsdienst, der rund um die Uhr für die Gesundheitsbehörden der Städte und Landkreise erreichbar ist. Und seit Dienstag letzter Woche kann das Virus 2019-nCoV nach Rücksprache mit dem Labor des LGA direkt dort untersucht werden.

Tritt ein Fall mit dem neuen Coronavirus auf, können die Gesundheitsämter alle notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen veranlassen – beispielsweise auch die Isolierung betroffener Patienten. Eine entscheidende Rolle spielen auch in dieser Krise die in Praxen und Kliniken tätigen Ärzte, da sich ein Krankheitsverdacht in der Regel beim persönlichen Kontakt mit Patienten ergibt. Die Ärzte werden kontinuierlich vom Berliner Robert-Koch-Institut, den Gesundheitsbehörden und der Landesärztekammer mit Info versorgt.

Wer aktuell in China war oder nach Kontakt zu einer Person mit bestätigter Coronavirus- Infektion Atemwegsbeschwerden bemerkt, sollte dies vor einem Arztbesuch dem kassenärztlichen Notdienst oder der Notaufnahme eines Krankenhauses telefonisch mitteilen. Kontakte zu anderen Personen dann möglichst vermeiden, bis das weitere Vorgehen besprochen ist.