Projekt „Ich kann's!“ setzt sich für Bildungsgerechtigkeit ein – es werden zehn Mentoren für die Wilhelmsschule gesucht.

 

 

Artikel 28 der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen beinhaltet das Recht des Kindes auf Bildung. Das heißt, jedes Kind sollte eine faire Chance auf Bildung bekommen, unabhängig seiner Herkunft und unabhängig davon, in welchen sozialen Verhältnissen das Kind aufwächst. Konkret bedeutet dies, dass Kinder mit schwierigen Startbedingungen gefördert werden müssen.

In Stuttgart gelingt dies dank einer Kooperation zwischen Stadt und Kinder-Helden, einer gemeinnützigen Organisation. Für dieses Projekt werden wieder Mentoren für die Wilhelmsschule gesucht. Sie fördern ehrenamtlich Stuttgarter Grundschulkinder mit schwierigen Startbedingungen. Ohne Leistungsdruck wird wöchentlich für etwa zwei Stunden gelernt oder auch gelesen. Aber auch für Freizeitaktivitäten kann das Team aus Mentor und Kind offen sein. Franziska Krumme von Kinder-Helden koordiniert das Projekt, welches aktuell in zwölf Stuttgarter Schulen angeboten wird.

Sie erläutert: „Die Förderung wird individuell gestaltet, ein Bildungsplan, der von den Klassenlehrern vor Beginn ausgefüllt wird, gibt Ansatzpunkte in welchem Bereich der Mentor ansetzen kann. Etwa in den Bereichen Sprachkompetenz, mathematische Kompetenz, Selbstbewusstsein oder Lern-und Arbeitsverhalten. Die meisten Kinder brauchen konkret bei der Sprachkompetenz Unterstützung, da fast alle Kinder des Projekts KinderHelden Migrationshintergrund aufweisen oder erst vor wenigen Jahren nach Deutschland eingewandert sind. Ob das Tandem gemeinsam spielerisch Hausaufgaben macht oder anhand von weiteren Übungsblätter lernt, können beide individuell ausmachen. Wir stehen dabei mit Tipps zur Seite. Jedes Tandem hat eine konkrete hauptamtliche Ansprechpartnerin.“

Bei Verständigungsproblemen werden die Mentoren von den Verantwortlichen der Organisation Kinder-Helden unterstützt. Einmal im Monat findet ein Treffen mit den Kindern an der Kooperationsgrundschule statt, dabei wird über mögliche Probleme gesprochen. „Die meisten Kinder haben Probleme mit der deutschen Sprache, da sie in der Familie wenig Deutsch sprechen und ihnen der Schriftspracherwerb wesentlich schwerer fällt. Daher sind meist die Noten schlechter als die der Klassenkameraden. Uns ist wichtig, dass die Kinder ihre Stärken gemeinsam mit ihrem Mentor kennenlernen und zusammen Strategien zur Motivation entwickeln“ so Franziska Krumme.

Das Team aus Mentor und Schüler startet immer zu Beginn eines Schuljahrs und bleibt über ein Schuljahr zusammen. Die Kooperation mit der Schule läuft dann so lange es notwendig ist. „Es stehen immer mal wieder Kinder auf der Warteliste, unser Ziel ist es natürlich, für jedes Kind einen Betreuer zu finden. Deswegen suchen wir aktuell wieder Mentoren.“ Die Wilhelmsschule ist laut Franziska Krumme von Beginn an bei Kinder-Helden dabei, also bereits seit 2015. An der Wilhelmsschule sind derzeit elf ehrenamtliche Mentorinnen und Mentoren für elf Grundschulkinder aktiv.

Für das kommende Schuljahr werden weitere zehn weitere Mentoren für die neu angemeldeten Kinder gesucht.

 

 

Info-Veranstaltung

Interessierte können sich am Mittwoch, 8. Mai und am 26. Juni um 18 Uhr im Kinder-Helden-Büro in der Breitscheidstraße 44 sowie am Dienstag, 28. Mai um 18 Uhr im Café Faust in der Geschwister-Scholl-Straße 24c über da Projekt „Ich kann’s“ informieren. Wer mehr erfahren will, erhält Infos per EMail an franziska.krumme@ kinderhelden.info oder unter Telefon 34 24 77 13.