Die ehemalige Kläranlage Weidachtal wird zum Kunst-Raum und der Weg zur Landungsbrücke am Neckar während der Remstal Gartenschau zur Freiluft-Galerie.

 

Theater in den Tropfkörpern der ehemaligen Kläranlage im Weidachtal und fast 30 überdimensional große Kunstwerke am Wegesrand. Die Kulisse ist ungewöhnlich, ebenso das Projekt. Die mittlerweile rot angestrichenen Tropfkörper der ehemaligen Kläranlage bei Oeffingen werden im Rahmen der Remstal Gartenschau zu einer Stätte für Kunst und Kultur.

Die Idee dazu wurde in Fellbach schon vor über zwölf Jahren geboren. Bei Rems-Total im Juni 2016 wurden die renovierten und sanierten Tropfkörper erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dann haben sie wieder vor sich hingeschlummert. Jetzt sind die Flächen zur Remstal Gartenschau nochmals aufgewertet worden. Es gibt eine komplett eingerichtete Küche samt Spülmaschine, um bei den Events Gäste bewirten zu können. Auch Toiletten wurden eingerichtet. Das Weidachtal nordwestlich der Oeffinger Umgehungsstraße ist auch ein ideales Ausflugsziel für Besucher aus Stuttgart, über Radwege – beispielsweise am Neckar entlang – kommt man in das idyllische Tal. An jeweils vier Tagen in den Monaten Mai bis September werden die Räume bespielt und dann zwischen 15 und 20 Uhr zur Besichtigung geöffnet.

Der Stuttgarter Fotograf Frank Paul Kistner, Vorsitzender des Vereins Kunst-Werk in Fellbach und der freie Theaterregisseur Peter Hauser haben für die Natur-Kunst-Räume eine Konzeption entwickelt. Während des Gartenschaujahres wird die alte Kläranlage in mehreren viertägigen Aktionszeiträumen von Künstlern zu einer Bühne und Ausstellungsfläche verwandelt. Die Natur wird in Bildern, Fotografien, Tanz, Theater und Klangerlebnissen umgesetzt. Die Tropfkörper bieten eine fast mystische Kulisse für die Installationen, Ausstellungen und Vorführungen. Fünf Weidach-Aktionen sind vorgesehen, ab Donnerstag steht „Weidach 2“ auf dem Programm, alle drei Tropfkörper sind dann zugänglich.

Am Donnerstag und Freitag, 13. und 14. Juni, setzt die japanische Tänzerin und Choreografin Sawako Nunotani das Thema „Schöpfung“ um , jeweils um 21 Uhr steht die Deutschlandpremiere „Silent Voice“ auf dem Programm. „In der Stille und den fast unhörbaren Tönen steckt die größte Kraft“, erklärt Nunotanis den Titel. Am Samstag, 15. Juni, geht es um 20.30 Uhr mit ungewöhnlichen Tönen weiter. Das „Trio Blastonal & Hans Fickelscher“ präsentiert seine Komposition „Weidach – Four Elements“. Claus Staudt liest aus „Mein kleines Weltbild“. Programm-Ergänzungen und -Änderungen werden kurzfristig unter www.fellbach.de/Veranstaltungen bekannt gegeben.

In der Anlage selbst werden im untersten Tropfkörper Bilder zum Thema Wasser gezeigt und Liegestühle aufgestellt. Aus dem Lautsprecher erklingt meditative „Wasser-Musik“. Im mittleren Tropfköper steht die Bühne für Aufführungen und im ersten wird das Thema „Schöpfung“ in überdimensional großen Kunstwerken aufgegriffen. Von den Landungsbrücken am Neckar bis zu den Tropfkörpern nutzen 26 Künstler vom Kunst-Werk den Weg für eine Freiluft-Galerie.

Sie haben ihre großformatigen Bilder in die Wiese gestellt. Es handelt sich dabei um wetterfeste Banner, die 1,50 auf 3 Meter groß und an speziellen Baugittern befestigt sind. Der Kunst-Weg in der Natur stellte sowohl die Künstler als auch die Veranstalter vor spannende Herausforderungen. Es ist ihnen ein interessanter Kunst-Spaziergang gelungen.

 

 

Freiluft-Galerie

Das Weidachtal liegt nordwestlich der Oeffinger Umgehungsstraße. Am Anfang des Tales gibt es Parkmöglichkeiten. Mit dem Fahrrad ist es gut erreichbar, unter anderem über den Radweg von Bad Cannstatt nach Remseck, bei den Landungsbrücken biegt man in das Tal ein.

Folgende Mitglieder des Kunst-Werk-Vereins Fellbach sind beteiligt: Frank Paul Kistner, Bettina Wyderka, Bodo Nassal, Linda Kauffmann, Dagmar Scholz, Siegfried Groß, Michael Nothdurft, Simone Weigand/Sabine Scharkowski, Brunhilde Sauer-Baur, Gerlinde Kast, Isabell Munck, Ingrid Ruhl, Klaudia Thiel, Anne Schubert, Birgit Unterweger, Siegfried Schnell, Otti Zawadzki, Sander Pitl, Manuela Lutz, Jutta Hansen-Paal, Claus Staudt, Stefan Werlein, Jo Hinko, Heike Petelka und Uwe Ditz.