Em Neckarwei hot mr jo lang nochgsait, dass ’r sauer sei. Aber des war net ibrall dr Fall. So om’s 9. Jahrhondert rom muass des gwesa sei, wo onsr Herr Jesus mol wieder uf dr Erde uf Reisa ganga isch. Zsamma mit em hoiliga Petrus isch ’r domols au durch’s Neckrtal komma, om amol zom seha, ob dia Leut au gaschtfreindlich send ond sich an dr Näggschdaliabe orientierat.. Drdrbei send se au in die Gegend om Diebenga komma. Wia jetzt dia boide Hoilige bei dene Goga noch ma Nachtquartier gfrogt hend, send se bloß – typisch schwäbisch – zemlich misstrauisch beäugt worda, obwohl dia Diebengr ja an lange Hoor ond Bärt’ gwehnt hättat sei miassa. Wie sellamols bei der Herbergsuche hend dia boide ohne Veschbr ond Moscht weiterzieha miassa. En Cannstatt hend se no, ganz im Gegasatz zu dene agschlagene Diebengr, höfliche, nette ond fromme Leut a’troffa, dia die boide Heilige herzlich ufgnomma hend.

Zom Dank hot dr Herrgot bei dr Vrabschiedong gsait: „Weil ihr uns so freundlich aufgenommen habt, sollen alsbald liebliche Weinstöcke die Hänge bedecken, um euere Herzen mit wundervollem Wein zu erfreuen.“ Ond so isch’s no au worda. Des Wondr vo dem Cannstattr Wai hot sich nadierlich über d’ Fildra ond durch da Scheebuach bis noch Diebenga romgschwätzt wia a Lauffeuer. Sofort hend sich dia Diebengr auf da Weg gmacht ond hend ihr Schandtat beim Heiland wiedr guat macha wella. Am Killesberg hend sie dia boide Hoilige ei’gholt ond hend sich vor dene uf d’ Knui en d’ Kandl falla lassa ond om Vrgebong bittet. Sie hättet au gern so scheene Wengert wia dia Cannstatter. Dr Herr, güatig wia emmer, hot dene Goga ihr Grobheit vrzieha ond vrsprocha, dass au dort Reba wachsa werdat.

Wo dia grobe Diebenger Kerle abzoga warat, hot sich dr Petrus gräuschpret ond gmoint, dass des eigentlich O’recht sei, weil bloß di Cannstatter sie freundlich ufgnomma häbe. Dia andere, die grobe Goga, dädat jetzt bestimmt no meh saufa ond dodrbei da Herra ganz vrgessa. Dr Herr Jesus aber hot gsait: Sei ruhig, Petrus. Lass ihnen die Weinberge. Der Wein wird so sauer sein, dass sie gestraft genug sind, wenn sie ihn trinken müssen. Ond so kommt’s, dass emmer wemmr an Diebenger Wai trenkt, mr au en Reutlinger trenka muass. Denn dr Diebenger frisst oim Löchr en da Maga, ond dr Reutlinger isch so sauer, dass er dia wieder zsamma zieht. Dr Diebenger der krätzt ond beißt Wia wenn a Katz da Hals na kreist. Beim Reutlinger do wird’s oim ganz, als ziagt mr’s wieder ruf am Schwanz!

 

 

Bis näggschd Woch’


Ihr

Wulf Wager
kolumne@wulf-wager.de